Folgen eines Brexit
Die Briten als Europafighter

Die britische Regierung strebt so schnell wie möglich ein Referendum über einen möglichen EU-Austritt an. Doch Europa hat einen großen Verbündeten auf der Insel: die britische Wirtschaft, die immer stärker Farbe bekennt.
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LondonDie Ansage ist klar und deutlich. Nur einen Tag nach seinem deutlichen Wahlsieg stellte sich der britische Premierminister David Cameron bereits vor die Mikrophone und versprach ein baldiges Referendum über einen möglichen Austritt aus der Europäischen Union. Der Brexit, das Kunstwort aus Britannia und Exit, ist damit auf die Tagesordnung Europas gerückt – und das schneller als gedacht. „Wenn wir es früher machen können, werden wir das tun“, betonte ein Sprecher. Das bedeutet: Die Briten könnten schon im kommenden Jahr über einen Verbleib in der EU abstimmen – statt wie erwartet erst 2017. Auf der Insel hat damit der Kampf um die Herzen und den Verstand der Briten begonnen, bei dem Europa jedoch auf einen wichtigen Verbündeten zählen kann: die britische Wirtschaft.

Die Europafighter. Mit bangem Blick schauen viele britische Unternehmen auf die kommende Abstimmung. Denn die große Mehrheit der britischen Wirtschaftsführer und erst recht die meisten ausländischen Investoren wollen nicht, dass die Briten der EU den Rücken kehren. In diesem Fall droht dem Land nämlich, den freien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt zu verlieren. Beträchtliche Nachteile für britische Exportunternehmen und Importeure könnten die Folge sein, denn die anderen EU-Länder stehen derzeit für rund die Hälfte des britischen Außenhandels. Immer stärker bekennen darum nun wichtige britische Wirtschaftsführer nun Farbe – und bekennen sich zur Union mit dem Rest Europas.

„Ich bin kein Politiker und es natürlich Sache der Regierung, zu entscheiden, welche Haltung sie einnimmt“, sagte Iain Conn, Vorstandschef des größten britischen Energieversorgers Centrica, dem Handelsblatt. „Aber ich hoffe, dass die Regierung sicherstellt, dass Großbritannien auch in Zukunft komplett in Europa repräsentiert ist.“ So ist Conn der festen Überzeugung, dass ein Austritt aus EU ein Fehler wäre, da ein „wettbewerbsfähiges Europa“ nur von innen voranzubringen sei. Der Wirtschaftsboss steht mit seinem Vorstoß nicht allein. Zwar scheuen viele einflussreiche Topmanager traditionell allzu zu klare politische Aussagen, aber sie wissen, dass der „Brexit“ – also der Austritt Großbritanniens aus der EU – nun endgültig zum wirtschaftlichen Standortrisiko auf der Insel geworden ist.

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  • darauf wirds ankommen: ob es cameron gelingen wird, die verbliebenen industriekerne zu revitalisieren.
    alles andere wird Kaffeesatzleserei bleiben imao.
    Ihnen ein feines Wochenende.
    bye

  • Dankeschön. ;-)
    Was denken Sie denn, wie es fürs UK weitergeht? Das Land ist mittlerweile fast vollständig deindustrialisiert, abgesehen vom Nordseeöl (zum Teil auf schottischem Territorium) haben die zudem keine Rohstoffe mehr. Ohne das Geld der City kann das UK also einpacken.
    Die Briten sind zudem bemwerkenswert kühl und realistisch: die sehen ganz genau, das der transatlantische Stern am Sinken ist. Bei Syrien haben sie den US-Falken ganz offen die Gefolgschaft verweigert - dagegen sitzen in den meisten anderen EU-Staaten geradezu hündisch ergeben US-Vasallen.
    Die City hat im Zweifelsfall kein Problem damit, sich von den USA wegzubewegen, wenn es ihr finanziellen Nutzen bringt. Die Rest-EU können Sie hier vergessen...

  • Oh: big money mit London als Brückenkopf, bei dem der britische Hochadel lediglich Dekor aufbringen sollte?
    Sie wirken Expertisenverhaftet^^

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