Foodservice-Geschäft
Nestlé hat hohe Ziele im Außer-Haus-Markt

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé (Maggi, Nescafe, Vittel) will mit der angekündigten Neuordnung des Bereiches Foodservice den Wachstumsmarkt Außer-Haus-Verpflegung (Kantinen, Schulen, Restaurants) besser für sich erschließen.

FRANKFURT. Wie Konzernchef Peter Brabeck-Letmathe vor Journalisten in Frankfurt sagte, wolle der Konzern hier schneller wachsen als der Markt, der jährlich zwischen fünf und sieben Prozent zulegt. Zum Vergleich: Das Nahrungsmittelgeschäft im Handel wächst nach Angaben von Nestlé jährlich lediglich um etwa 1,5 bis zwei Prozent.

Der Konzern, der vergangene Woche bei der Jahrespressekonferenz sein langfristiges organisches Umsatzziel von fünf bis sechs Prozent bestätigte, machte 2005 etwa 6,6 Mrd. Schweizer Franken (rund 4,2 Mrd.Euro) Umsatz im Bereich Foodservice. Das sind rund sieben Prozent des Gesamtumsatzes von knapp 92 Mrd. Schweizer Franken. Das weltweite Marktvolumen allein für den Bereich der Standard-Außer-Haus-Verpflegung wird von Nestlé mit 230 Mrd. Schweizer Franken beziffert.

Der Markt ist zersplittert: Die großen Fünf (Nestlé, Kraft, Unilever, Sara Lee und Heinz) kommen gerade mal auf drei Prozent Marktanteil. „Die Wachstummöglichkeiten sind enorm“, ist sich Brabeck-Letmathe sicher; im Bereich Getränkeversorgung für große Restaurantketten winken zudem sehr attraktive Margen.

Um hier mit den großen internationalen Kunden à la McDonald’s ins Geschäft zu kommen, wird der Getränkebereich unter dem Foodservice Dach künftig global gesteuert, während die Außer-Haus-Verpflegung für Kantinen und Co. national beziehungsweise regional organisiert wird. Für solche globalen Großkunden will Nestlé künftig eigene Getränkeverteilsysteme entwickeln, deren Angebotspalette von Wasser bis hin zu Warmgetränken reicht.

„Unser Hemmschuh in diesem Markt war bisher die eigene Organisation“, sagte Brabeck-Letmathe. Global agierenden Kunden bräuchten entsprechende Strukturen auf der Lieferantenseite. Nestlé wird seinen Foodservice-Bereich ab Mai direkt unter dem Vorstand ansiedeln. Auch das, so Brabeck-Letmathe, sei ein Zeichen für die strategische Bedeutung dieses Geschäftsfeldes.

Der Nestlé-Chef hatte vergangene Woche angekündigt, sich Ende 2007 vom Vorstandsposten zurückzuziehen und sich auf den Vorsitz im Verwaltungsrat zu konzentrieren. Zu Spekulationen über mögliche Nachfolger aus dem Führungsteam äußerte sich Brabeck-Letmathe nicht genauer. Nestlé verfolge bei einem Führungswechsel immer das Ziel eine Generationswechsels, sagte der 61-Jährige. Der Nachfolger werde 2007 bekannt gegeben.

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