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Ford warnt nach Gewinnrückgang vor weiterem Dämpfer

Nach einem deutlichen Gewinnrückgang im zweiten Quartal warnt Autobauer vor neuen Geschäftsrisiken. Die Aktie verliert vorbörslich um fast sieben Prozent. Was Ford-Chef Mark Fields Sorgen macht.
Update: 28.07.2016 - 17:14 Uhr
Ford warnt vor neuen Risiken. Quelle: AP
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Ford warnt vor neuen Risiken.

(Foto: AP)

DearbornFord sieht wegen Absatzschwierigkeiten in den USA und China seine Prognose für das Gesamtjahr in Gefahr. Der US-Autobauer hielt an dem Ziel eines stabilen oder besseren Vorsteuergewinn zunächst zwar fest. Es gebe aber Risiken wie ein schwächerer US-Markt in der zweiten Jahreshälfte, die für Unsicherheit sorgten, teilte der Erzrivale der Opel-Mutter General Motors (GM) am Donnerstag mit.

„Wir haben ein weiteres starkes Quartal geliefert“, kommentierte Ford-Chef Mark Fields die Ergebnisse. Allerdings warnte er vor dem Hintergrund des Brexit-Votums und globaler Konjunktursorgen vor „neuen Risiken und Herausforderungen“, vor denen sein Unternehmen stehe.

Aktienhändler zeigten sich enttäuscht über den Zwischenbericht und Ausblick und trennten sich von Ford-Anteilsscheinen. Die Papiere brachen im Vormittagshandel an der Wall Street knapp zehn Prozent ein. Dadurch wurden rund fünf Milliarden Dollar an Marktwert ausgelöscht.

Die profitabelsten Autobauer im ersten Halbjahr
Platz 6: Volkswagen
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Absolute Umsatz- und Absatzzahlen sind eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Autobauers zu bewerten. Da steht der Volkswagen-Konzern bestens da, etwa mit einem geschätzten Absatz von 5,04 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Auf diese Zahl kommt zumindest das Center of Automotive Management (CAM) der Hochschule Bergisch-Gladbach. Die andere Möglichkeit ist die finanzielle Performance, sprich welcher operative Gewinn aus dem Umsatz erzielt wird. Und da schneiden die Wolfsburger mit einer EBIT-Marge von 4,8 Prozent nur unterdurchschnittlich ab. War der Konzern im ersten Halbjahr 2015 mit einer Rendite von 6,3 Prozent bereits einer der Low Performer unter den größten Autobauern der Welt, wurde der Abstand wegen der Rückstellungen im Abgasskandal nochmals größer.

Platz 5: Hyundai
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Nach Jahren des extremen Wachstums setzt bei Hyundai-Kia eine Phase der Konsolidierung ein. Mit 3,85 Millionen Fahrzeugen zwischen Januar und Juni bleiben die Koreaner rund zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Auch bei der operativen Rendite ging es um 0,2 Prozentpunkte auf geschätzte 6,5 Prozent nach unten. Wie man den leichten Abwärtstrend stoppen will, dürfte dem ein oder anderen Manager in Korea noch Kopfschmerzen bereiten.

Platz 4: Daimler
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Im vergangenen Jahr war Daimler mit einer EBIT-Marge von 9,2 Prozent einer der profitabelsten Autobauer. Auch dieses Jahr läuft es für die Stuttgarter gut, alleine im zweiten Quartal verdiente Daimler rund vier Milliarden Euro. Auf der anderen Seite belasten hohe Kosten für die Markteinführung der neuen E-Klasse (im Bild), die Milliarden-Strafe wegen des Lkw-Kartells und das anhaltend schwache Nutzfahrzeug-Geschäft in Südamerika den Konzern. Im ersten Halbjahr sank die operative Rendite deshalb auf 7,3 Prozent. Für das zweite Halbjahr ist Besserung in Sicht: Einmaleffekte wie die Lkw-Strafe sind dann verbucht und der Umsatzbringer E-Klasse ist auf dem Markt. Und nicht zuletzt gehen die CAM-Experten davon aus, dass Daimler (mit Mercedes-Benz Cars und der Van-Sparte) mit 1,22 Millionen Fahrzeugen Dauer-Konkurrent BMW beim Absatz überholt hat.

Platz 3: General Motors
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Mit zuletzt 4,77 Millionen Fahrzeugen in sechs Monaten hat General Motors leicht den Anschluss an Toyota und VW verloren, die in der CAM-Statistik bei rund fünf Millionen Fahrzeugen liegen. Dennoch müssen die Manager in Detroit nicht die Köpfe hängen lassen, denn die Opel-Mutter verdient jetzt besser: Lag man bei der EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2015 noch mit 6,7 Prozent auf dem Niveau von Hyundai und VW, bleiben jetzt 8,3 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn im Unternehmen hängen.

Platz 2: Toyota
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Beim Absatz liegen laut den vom CAM geschätzten Werten gerade einmal 50.000 Autos zwischen VW und Toyota – 5,04 Millionen in Wolfsburg zu 4,99 Millionen in Toyota City. Bei der EBIT-Marge liegen jedoch Welten zwischen den beiden Branchengrößen: Wo VW nicht nur wegen des Abgasskandals deutlich einstellige Ergebnisse erzielt, kommt Toyota nach 9,9 Prozent im Vorjahreszeitraum jetzt auf 10,0 Prozent. Kernstück des Erfolgs ist die schlanke Produktion der Japaner: Um fünf Millionen Autos zu bauen benötigt Volkswagen rund 600.000 Mitarbeiter – Toyota nur 340.000.

Platz 1: BMW
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Noch profitabler als Toyota ist nur BMW. Das Konzern-EBIT liegt nach den Berechnungen des CAM bei 11,5 Prozent des Umsatzes. Das wären nochmals 0,2 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr 2015. "Insgesamt ist das 1. Halbjahr 2016 für die globalen Automobilhersteller aufgrund der wachsenden Kernmärkte China, USA und Europa bislang zwar gut verlaufen", sagt Studienleiter Stefan Bratzel. "In der zweiten Jahreshälfte mehren sich jedoch die Anzeichen für ein sich abschwächendes Wachstums."

Auch in China waren Ford-Fahrzeuge nicht mehr so gefragt wie einst. Erstmals seit drei Jahren rutschte der Autobauer im asiatisch-pazifischen Raum in einem Quartal in die roten Zahlen. Finanzchef Bob Shanks zeigte sich auch für das kommende Jahr pessimistisch. Der US-Autoabsatz werde weiter zurückgehen, prognostizierte er.

In Europa lief es dagegen für den US-Autobauer weiterhin rund. Hier konnte Ford den Gewinn auf 467 Millionen Dollar fast verdreifachen. Der weltweite Umsatz legte dank des starken Europageschäfts im zweiten Quartal um sechs Prozent auf 39,5 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Analystenerwartungen von 36,3 Milliarden Dollar.

  • dpa
  • rtr
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