Ford-Chef Matthes ist überzeugt davon, das Ford den Minivan braucht
Ford geht mit neuen Modellen in die Offensive

Im Interview mit dem Handelsblatt kündigt der Vorstandschef der Ford Werke AG, Bernhard Mattes, eine umfangreiche Modelloffensive an. In den kommenden fünf Jahren werde es 45 Neuheiten geben - und keinen neuen Sparkurs.

Handelsblatt: Herr Mattes, die Diskussion um Kosten an den deutschen Standorten läuft auf Hochtouren. Sind sie unter Zugzwang?

Mattes: Wir konzentrieren uns auf die Restrukturierung in unserem Unternehmen, die im laufenden Jahr zu einer Kostenreduktion von 450 Mill. Dollar geführt hat. Die Umsetzung des Tarifvertrags haben wir hinter uns, aber wir sehen noch Sparpotenzial bei den Materialkosten und dadurch, Synergien im Konzern zu heben.

Längere Arbeitszeiten und die Kürzung von Zulagen sind für Ford kein Thema?

Unsere Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern laufen bis Ende 2005. Wenn wir gemeinsam mit den Arbeitnehmern zwischenzeitlich Chancen zur Effizienzsteigerung sehen, die Sinn machen, so werden wir das auch tun.

Ein neues Sparpaket?

Nein, keine dramatischen Maßnahmen, keine neue große Sparrunde, sondern die permanente Anstrengung, Dinge zu verbessern.

In Europa gibt es riesige Überkapazitäten. Wie sieht es bei Ford aus?

Das Thema Überkapazitäten spielt bei uns zurzeit keine Rolle. Wir haben den Anpassungsprozess schon hinter uns, haben seit 1999 die Zahl der Werke von elf auf sechs reduziert und die Kapazität von 2,2 Mill. Fahrzeugen im Jahr auf 1,6 Mill.. Unsere Werke sind gut ausgelastet.

Dennoch, die Effektivität steigt mit jedem Modellwechsel. Auch beim Focus ist die Produktivität sicher gestiegen. Das heißt, um den Auslastungsgrad zu halten, müssen sie mehr verkaufen?

Beim Fiesta-Modellwechsel betrug der Produktivitätsfortschritt rund ein Drittel, beim Focus ist er nicht so dramatisch, weil das Werk in Saarlouis schon vorher sehr effektiv gearbeitet hat. Aber klar: Wir haben das Ziel zu wachsen, aber nicht um jeden Preis. Von Marktanteilsgewinnen ist noch niemand satt geworden.

Sie haben eine neue Produktoffensive bei Ford angekündigt. Können sie das konkretisieren?

Für die Jahre 2000 bis 2005 hatten wir 45 Produktneuheiten angekündigt. Der Focus leitet die zweite Offensive ein, die mindestens die gleiche Größenordung hat, also mindestens weitere 45 Neuheiten in den kommenden fünf Jahren.

Was ist von Ford an Neuheiten zu erwarten?

Wir müssen in zusätzliche Nischen, weil sich die Nachfrage immer stärker auffächert. Ich bin davon überzeugt, dass wir beispielsweise einen Minivan brauchen. Außerdem wird das Segment der kleinen Geländewagen und der offenen Fahrzeuge immer wichtiger.

Sind bereits Entscheidungen gefallen?

Lassen sie sich überraschen. Wir werden überall dort einsteigen, wo profitables Wachstum zu erwarten ist.

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