Industrie

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Ford-Konzernspitze: In kleinen Schritten zum Generationswechsel

Bis mindestens 2014 will Alan Mulally noch Ford-Chef bleiben. Danach dürfte der jüngere Mark Fields das Amt übernehmen. Vor den beiden liegt die Aufgabe, das Europageschäft wieder in die Spur zu bringen.

Ford-Chef Alan Mulally bleibe bis mindestens 2014 im Amt, wie Verwaltungsratschef Bill Ford am Donnerstag ankündigte. Quelle: dpa
Ford-Chef Alan Mulally bleibe bis mindestens 2014 im Amt, wie Verwaltungsratschef Bill Ford am Donnerstag ankündigte. Quelle: dpa

DearbornDer US-Autobauer Ford steht vor einem Wechsel an der Konzernspitze. Zwar wird der 67-jährige erfolgreiche Firmenchef Alan Mulally noch mindestens bis 2014 im Amt bleiben. Doch das aufreibende Tagesgeschäft wird ihm ab dem 1. Dezember der jetzige Amerika-Chef Mark Fields abnehmen. Der 51-Jährige wird bereits seit einiger Zeit als kommender Ford-Lenker gehandelt.

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Fields neue Rolle gilt als Zwischenschritt. „Ich würde befürworten, wenn der nächste Konzernchef aus dem eigenen Haus kommt“, sagte Verwaltungsratschef Bill Ford am Donnerstag. Es gebe viele Talente im Unternehmen, fuhr der Urenkel des legendären Firmengründers Henry Ford fort. Er wollte sich in einer Telefonkonferenz allerdings noch nicht auf Fields festlegen.

Die größten Autohersteller in Europa

  • Platz 10

    Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

  • Platz 9

    Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

  • Platz 8

    Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

  • Platz 7

    BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

  • Platz 6

    Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

  • Platz 5

    Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

  • Platz 4

    General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

  • Platz 3

    Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

  • Platz 2

    Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

  • Platz 1

    Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Das Klima zwischen allen Beteiligten scheint schon einmal zu stimmen: „Alan hat Mark unter seine Fittiche genommen“, sagte Bill Ford. Mehrfach fiel das Wort „Mentor“. Mulally selbst sprach von einer „engen Zusammenarbeit mit Mark“, er sagte aber auch: „Bill und der Verwaltungsrat wollten, dass ich bleibe.“ Ein Analyst meinte: „Das ist eine elegante Lösung für einen Übergang an der Konzernspitze.“

Die beiden Manager arbeiten seit 2006 zusammen, als Mulally den Posten des Konzernchefs übernahm. Mulally war vom Flugzeugbauer Boeing gekommen und damit branchenfremd. Fields dagegen ist ein Eigengewächs, das zahlreiche Führungspositionen bei Ford innehatte. Die beiden sanierten das problematische US-Geschäft und bewahrten den Traditionshersteller damit vor dem Schicksal der Konkurrenten General Motors und Chrysler, die 2009 während der Wirtschaftskrise vom US-Steuerzahler gerettet werden mussten.

Mark Fields gilt schon seit längerem als der nächste Ford-Lenker. Quelle: dapd
Mark Fields gilt schon seit längerem als der nächste Ford-Lenker. Quelle: dapd

Nun liegt vor dem Duo die Aufgabe, das Europageschäft wieder auf Vordermann zu bringen, in dem sie wegen der eingebrochenen Verkäufe alleine in diesem Jahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) erwarten. Beschlossene Sache ist bereits, drei Werke in Belgien und Großbritannien zu schließen. 5700 Jobs gehen dadurch verloren. „Wir werden das Geschäft in Europa sanieren, es ist ein großartiges Geschäft für uns“, sagte Mulally.

Kronprinz Fields hat bewiesen, dass er etwas von Autos versteht: Dank seines wie geschmiert laufenden Amerikageschäfts konnte Ford im vergangenen Quartal trotz aller Probleme einen rekordverdächtigen Gewinn einfahren. Im Vorgriff auf den erwarteten Führungswechsel schnitt der Verwaltungsrat auch die Zuständigkeiten weiterer Spitzenmanager neu zu.

 

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