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13.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 12:19 Uhr 

Ford Europa stellte klar, dass die europäische Belegschaft von dem möglichen Produktionsumbau in den USA nicht betroffen würde: „Es gibt keinen Plan, Produktion von Europa in die USA zu verlagern“, sagte ein Sprecher.

Das Ford-Management will heute in der Konzernzentrale in Dearborn mit Werksleitern und Gewerkschaftsvertretern zusammenkommen, um über die Produktionsumstellungen zu beraten. Das Treffen diene dem Austausch von Informationen über Fords aktuelle Geschäftssituation, sagte eine Sprecherin in Dearborn; es würden anschließend keine Entscheidungen verkündet.

Branchenkenner begrüßen Mulallys Planungen, soweit sie bekannt sind: „Das ist ein vernünftiger Weg“, sagte Jürgen Pieper, Analyst des Bankhauses Metzler. Die Umstellung der Ford-Modellpalette nach europäischem Muster bedeute einen radikalen Umbau der US-Produktion. George Pipas, Chefanalyst von Ford, spricht gar vom dramatischsten Segmentwechsel im amerikanischen Automarkt seit mehr als 30 Jahren.

Ford hatte bereits Ende Mai unter dem Eindruck des schwierigen US-Marktes sein Ziel verworfen, im kommenden Jahr wieder einen Gewinn zu schreiben. Der Autobauer, der 2006 einen Rekordverlust von knapp 13 Mrd. Dollar verbuchen musste, steckt noch immer mitten in einer harten Sanierung.

Die Rekordspritpreise der letzten Zeit kamen erschwerend hinzu. Mulally hatte bereits vor einigen Wochen dargelegt, dass der US-Autobauer sich nun noch stärker auf die Produktion kleinerer Autos wie den Focus konzentrieren werde. Ford ist mit einem Umsatz von 172,5 Mrd. Dollar und einem Nettoverlust von 2,7 Mrd. Dollar der zweitgrößte US-Autobauer nach General Motors.

In der langfristig orientierten Autobranche ist ein Schwenk in der Modellpalette normalerweise nur mit einem Vorlauf von mehreren Jahren realisierbar – Zeit, die Ford und Mulally für das defizitäre US-Geschäft aber nicht haben. Die schnell aus Europa transferierbaren Modelle werden somit zum Rettungsanker für den Konzern.

Ford und GM schielen nach Europa

Vorbild: Ford folgt mit der vermehrten Einführung europäischer Autos in den USA einem Weg, den auch Konkurrent General Motors eingeschlagen hat. Der Opel-Mutterkonzern verkauft seit diesem Jahr bereits den Opel Astra unter dem Logo der Marke Saturn in den USA und vertreibt unter dem Label auch den Mittelklassewagen Vectra als Aura.

Sammelsurium: Bisher werden von Ford für alle Regionen weltweit Autos mit eigenem Design produziert. Mulally möchte damit Schluss machen. So sollen künftig Fords US-Mittelklassewagen Fusion, der noch auf einer Mazda-Plattform beruht, und der nächste Mondeo auf einer Basis aufbauen.

Welt-Auto: Vorreiter der Entwicklung ist der kommende Fiesta, der ein globales Fahrzeug werden soll. Mit seinem flexiblen Teilebaukasten soll er die Kundenwünsche in Europa, Asien und den USA individuell erfüllen.

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