Ford streicht Jobs
US-Autobauer trimmt Europageschäft auf Rendite

Trotz eines Millionengewinns will Ford hunderte Jobs in Europa abbauen, auch der Standort Köln dürfte davon betroffen sein. Zugleich soll die Marke mit einer Modelloffensive auf Rendite getrimmt werden.

DüsseldorfGewinn ist nicht genug, sagt Ford-Europachef James Farley. Kurz nachdem der US-Autobauer die Rückkehr in die Gewinnzone verkündet hat, soll der Sparkurs weiter fortgesetzt werden. „Ein Gewinn von 259 Millionen Dollar ist schön, aber wir haben gerade erst angefangen“, so Farley. Perspektivisch will er die Rendite des Europageschäfts auf sechs bis acht Prozent steigern. Darum sollen einige Mitarbeiter freiwillig gehen.

Den Mitarbeitern in Verwaltung und Vertrieb will der US-Autobauer eine freiwillige Abfindung anbieten. Farley rechnet damit, dass hunderte Mitarbeiter das Angebot annehmen. So sollen bei Vertrieb und Verwaltung 200 Millionen Dollar eingespart werden. Auch einige Stellen in Köln dürften von den Einsparungen betroffen sein. Nach drei Werksschließungen in den vergangenen Jahren setzt Ford damit den Sparkurs fort.

Dabei haben die Amerikaner mit einem Absatzplus von zehn Prozent eigentlich ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Bestseller wie der Ford Focus wurden neu aufgelegt. Nun will Ford auch im SUV-Segment Gas geben. Fünf neue Modelle in diesem Segment sind geplant, den Auftakt soll der neue Edge machen, der in wenigen Wochen bei den Händlern stehen soll. Und auch bei den Hybrid- und Elektroautos will Ford nachlegen. Bis 2020 seien auch reine Elektroautos geplant. Dafür sollen unrentable Modelle aus dem Programm fliegen. Welche das genau sind, verrät der Autobauer noch nicht.

Die Spitzenausstattungslinie Vignale, die bisher im Mondeo verbaut wird, soll künftig auf weitere Modellreihen ausgeweitet werden. Bereits in einem Jahr sollen fünf weitere Modelle mit der Ausstattungslinie unterwegs sein. „Wenn wir unsere Stärken ausspielen, können wir selbst gegen Premiummarken konkurrieren“, sagt Farley – und schickt damit eine Kampfansage an die deutschen Premiumriesen Audi, BMW und Mercedes. Tatsächlich dürfte Ford mit dieser Strategie eher seine Marge im Volumengeschäft aufpolieren wollen.

Auch bei den Sportmodellen wollen die Amerikaner in Europa nachlegen. Der Focus RS steht bereits in den Startlöchern. Der Mustang ist in Europa sehr erfolgreich angelaufen. Das Geschäft mit den PS-starken Modellen hat im vergangenen Jahr um 60 Prozent zugelegt, dieses Jahr peilt Ford an, mehr als 40.000 Exemplare zu verkaufen.

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