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Ford-Tochter: Volvo-Verkauf in der Endphase

Der geplante Verkauf des schwedischen Autoherstellers Volvo hat die Endphase erreicht. Der US-Konzern Ford erwartet trotz des jüngst überraschend geplatzten Verkaufs der GM-Marke Hummer nach China, dass der anvisierte Deal mit dem chinesischen Autobauer Geely noch im laufenden Monat besiegelt wird.

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Der Verkauf von Volvo nimmt immer mehr Konturen an. Quelle: dpa
Der Verkauf von Volvo nimmt immer mehr Konturen an. Quelle: dpa

GENF. „Wir planen, im März den Vertrag zu unterzeichnen“, sagte Ford-Finanzchef Lewis Booth dem Handelsblatt. Bereits Mitte Dezember hatte Geely eingeräumt, sich einer Transaktion mit Ford zu nähern. Der Verkauf der GM-Geländewagenmarke Hummer nach China war jedoch erst vor wenigen Tagen gescheitert, weil die chinesische Regierung den Unternehmen Tengzhong die Zustimmung für den Deal verweigerte. Volvo passt aber besser ins Kalkül der Machthaber in Peking. „Volvo ist eine Marke mit moderner Technik und hohem Prestige in China“, sagte Christoph Stürmer vom Brancheninstitut Global Insight.

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Für die chinesische Autoindustrie wäre der Kauf ein wichtiger Schritt. Erstmals greift mit dem Deal ein chinesischer Autobauer nach einer eingeführten europäischen Premiummarke. Zuvor hatte lediglich der chinesische Autobauer Shanghai Automotive Industry Corp. Designrechte aus den Überresten des vor fünf Jahren untergegangenen britischen Herstellers Rover gekauft.

Doch schon seit Monaten schauen sich die Chinesen nach Kaufgelegenheiten um: So griff Daimler-Partner BAIC bereits vergeblich nach den Marken Saab und Opel. Geely ist vor allem an der Technologie der Traditionsmarke und an einer neuen wohlhabenden Kundschaft interessiert. So erhält der Konzern Zugang zu den westlichen Automärkten. Geely beabsichtigt nach eigenen Angaben, dass Volvo nach der geplanten Übernahme seine weltweit führende Position bei Sicherheits- und umweltfreundlicher Autotechnik selbstständig behalten und ausbauen soll.

In der Autoindustrie beschleunigt sich damit der Angriff neuer Anbieter aus den Schwellenländern auf die etablierte Konkurrenz. Ford hatte Geely bereits im vergangenen Oktober als besten Kaufinteressenten für Volvo bewertet, das chinesische Unternehmen wollte damals laut Branchenkreisen zwei Mrd. Dollar für die schwedische Automarke zahlen. Ford hatte die Personenwagensparte von Volvo vor zehn Jahren noch zum Preis von 6,5 Mrd. Dollar übernommen. Ford hatte seine seit 2008 mit hohen Verlusten produzierende Tochterfirma kurz nach Beginn der Finanzkrise zum Verkauf angeboten.

Volvo produzierte im vergangenen Jahr mit 20 000 Beschäftigten knapp 375 000 Fahrzeuge. Neben dem schwedischen Stammsitz verfügt das Unternehmen über Standorte in Belgien, China, Malaysia und Thailand. Trotz massiver Absatzeinbrüche infolge der Wirtschaftskrise wurde Volvo immer als überlebens- und verkaufsfähig eingestuft und galt bis zu Beginn der Absatzkrise als erfolgreiche Ford-Tochter.

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