Ford verzichtet auf Hilfe
US-Regierung unterstützt Autozulieferer

Die angeschlagene US-Automobilzulieferindustrie erhält in einem gesonderten Programm Staatsgarantien über fünf Mrd. Dollar. Die Regierung garantiert die Begleichung offener Forderungen gegen von Insolvenz bedrohten Autoherstellern, egal was mit diesen passiere, teilte Finanzminister Tim Geithner am Donnerstag mit. Geplant ist außerdem eine Förderung der Entwicklung von Hybrid-Elektroautos.

NEW YORK. „Das Programm wird einen entscheidenden Teil der US-Autoindustrie im Vorfeld einer schwierigen Restrukturierungsphase stabilisieren“, erklärte Geithner. Profitieren werden von dieser ersten wichtigen Entscheidung der Auto-Task-Force von Präsident Barack Obama jedoch nur die Zulieferer von GM und Chrysler. Ford erklärte, es werde an dem Programm nicht teilnehmen. Der Konzern sei überlebensfähig, hieß es zur Begründung. Die Garantien gelten für Lieferungen nach dem 19. März 2009.

GM und Chrysler erhielten bereits 17,4 Mrd. Dollar an Hilfen, um eine Insolvenz abzuwenden. Die Task-Force des Präsidenten prüft derzeit ihren Antrag auf weitere 22 Mrd. Dollar. Zeitweise sah es so aus, als würde die Regierung eine Insolvenz mit nachfolgender Restrukturierung einer weiteren Kapitalspritze vorziehen. Die Hilfe für die Zulieferer wurde von den Märkten offenbar als Zeichen dafür interpretiert, dass eine Insolvenz nun weniger wahrscheinlich ist. GM-Aktien stiegen um zwölf Prozent, auch die Papiere der Autozulieferer zogen deutlich an. Chrysler ist nicht börsennotiert und gehört mehrheitlich dem Private-Equity-Investor Cerberus.

Die Automobilzulieferer hatten zuvor Hilfen in Höhe von 25 Mrd. Dollar gefordert. Zwei Drittel der 5 000 Firmen hätten große finanzielle Probleme, hieß es zur Begründung. Die Task-Force teile am Donnerstag mit, das neue Programm werde den wichtigsten Zulieferern das Überleben garantieren. Die Branche stehe vor einer Konsolidierung. Bis zum 31. März will sich die Expertengruppe zu den Hilfen für GM und Chrysler äußern.

Obama kündigte am Donnerstag zudem an, die Entwicklung von Hybrid-Elektroautos mit 2,4 Mrd. Dollar zu fördern. Dazu will er insbesondere die Entwicklung besserer Batterien vorantreiben.

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