Forderung an Steinbrück
Dax-Finanzchefs wollen Anschleicher stoppen

Führende deutsche Konzerne fordern Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in einem Brief dazu auf, „offensichtliche Schlupflöcher“ in den Kapitalmarktgesetzen zu stopfen, um feindliche Übernahmen durch Anschleichen der Angreifer zu verhindern. Viele Finanzchefs einflussreicher Dax-Konzerne haben ihn unterschrieben.

HB DÜSSELDORF. In dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, schlagen die Finanzchefs zahlreicher Dax-Konzerne vor, die Meldepflichten für Investoren zu verschärfen, die nur indirekt oder im Auftrag anderer Aktien erwerben. Unterschrieben ist der Brief nach Informationen aus Kreisen der Beteiligten unter anderem von den Finanzchefs Klaus Kühn (Bayer), Bodo Uebber (Daimler), Marcus Schenck (Eon), Jörg Schneider (Münchener Rück), Rolf Pohlig (RWE) und Joe Kaeser (Siemens). Aber auch Manager von Infineon und Deutscher Telekom hätten unterzeichnet.

Hintergrund sind die Fälle Porsche und Schaeffler: Beide Konzerne hatten Vereinbarungen mit Banken geschlossen, die nicht meldepflichtig waren, und auf diesem Weg unbemerkt Einfluss auf die Dax-Konzerne Volkswagen und Continental gewonnen.

Federführend sind den Informationen zufolge Bayer, Eon, Münchener Rück und Siemens. Siemens-Finanzchef Kaeser sagte: „Siemens unterstützt die Initiative, die für mehr Klarheit bei den Anteilseignern und der Öffentlichkeit selbst sorgen soll.“ Die anderen Unternehmen wollten die Initiative offiziell nicht bestätigen. Eon-Finanzchef Schenck hatte erst vor wenigen Tagen ganz offen die Funktionsfähigkeit der Transparenzregeln in Zweifel gezogen. In allen Konzernen heißt es: Das Interesse an diesem Thema sei nach dem Fall Conti „sehr groß“. Die Bundesjustizministerin sah bislang keinen Handlungsbedarf. Steinbrück kündigte jedoch bereits an, die Rechtslage im Lichte des Conti-Falles zu prüfen.

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