Forderungsausfall und Verlust bedrohen Liquidität
Traditionsfirma Heinkel sieht Bestand gefährdet

Die traditionsreiche Heinkel AG steht erneut auf der Kippe. In einer Ad-hoc-Meldung teilt der Vorstand des Anlagenbauers aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart mit, dass für 2004 ein Verlust angefallen sei und eine überfällige Forderung den Fortbestand des börsennotierten Unternehmens gefährden könne.

HB DÜSSELDORF. Nach Auskunft von Alleinvorstand Michael Radke steht eine Forderung über 1,4 Mill. Euro gegen ein spanisches Pharmaunternehmen seit mehr als 120 Tagen aus. „Ein Ausfall würde die Liquidität der Heinkel AG in einem hohen Maße einschränken und könnte den Bestand des Unternehmens gefährden“, sagt Vorstand Radke. Zudem hat Heinkel 2004 erneut mit einem Verlust abgeschlossen. Der Umsatz stieg zwar von 12,0 auf 14,4 Mill. Euro, der Fehlbetrag sank aber nur von 1,9 Mill. auf 1,5 Mill. Euro. Damit schreibt Heinkel seit 2001 Verluste. Die heutige Heinkel AG ist der industrielle Rest der Heinkel-Werke, die im Dritten Reich unter Leitung des Flugzeugpioniers Ernst Heinkel Flugzeuge wie die HE 111, den Standardbomber der Deutschen Luftwaffe, bauten. Nach dem Krieg versuchte sich das Unternehmen erfolgreich mit Motorrollern und Kleinautos. Heute konzentriert sich die stark geschrumpfte Heinkel AG auf Stülpfilter-Zentrifugen, mit denen die Pharmaindustrie feste und flüssige Stoffe trennt.

In das Jahr 2005 ist das Unternehmen nach Angaben von Radke mit einem sehr schwachen Auftragsbestand von nur rund 1,4 Mill. Euro gestartet gegenüber 3,8 Mill. Euro im Vorjahr. Der Vorstand habe mit der Einführung von Kurzarbeit und weiteren Kostensenkungen reagiert. Ende des Jahres hatte Radke gegenüber dem Handelsblatt noch gesagt, der Personalabbau sei gestoppt und stellte das Erreichen der Gewinnzone in Aussicht. Heinkel beschäftigt noch 120 Mitarbeiter.

Die Heinkel-Aktie fiel Freitag um mehr als 30 Prozent auf Werte um 0,90 Euro. 1999 war Heinkel zu einem Ausgabekurs von fünf Euro n die Börse gebracht worden. Ende 2004 war Vorstand Radtke noch zuversichtlich, dass Heinkel nach zwei Kapitalerhöhungen gerettet werden könne. Der chinesische Unternehmer und langjährige Vertriebspartner Nie Qiming hat sich mehrheitlich an Heinkel beteiligt. Trotz eines Mittelzuflusses von 2,8 Mill. Euro kämpft Heinkel um die Existenz.

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