Forest Laboratories
Pharmakonzern Actavis will Konkurrenten kaufen

Die Pharmabranche steht vor einem Riesendeal: Actavis verhandelt über eine Übernahme des milliardenschweren Konkurrenten Forest Laboratories. Die Fusion steht offenbar kurz bevor.
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BangaloreIn der Pharmabranche steht eine weitere große Übernahme an. Actavis will den Konkurrenten Forest Laboratories für rund 25 Milliarden Dollar (18,2 Mrd Euro) kaufen. Wie Actavis am Dienstag mitteilte, besteht das Angebot aus Bargeld und Aktien.

Die Branche ist derzeit stark in Bewegung: Viele große Konzerne suchen wegen auslaufender Patente und sinkender Gewinnmargen nach neuen Geschäftsfeldern oder Partnern. Aus diesem Grund kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu milliardenschweren Transaktionen.

Der nach Börsenwert weltweit zweitgrößte Generika-Hersteller Actavis will mit der Übernahme seine Palette mit Markenprodukten erweitern. Der Zukauf soll sich sofort positiv auf den Gewinn auswirken. Aus der Übernahme erhofft sich Actavis Einsparungen und Synergien von rund einer Milliarde Dollar.

Zu den Profiteuren des Geschäfts zählt der bekannte Finanzinvestor Carl Icahn, der momentan vor allem als Apple-Großaktionär Schlagzeilen macht. Der Amerikaner sitzt im Verwaltungsrat von Forest und ist zweitgrößter Anteilseigner. Icahn hatte Forest im vergangenen Jahr bereits ins Schaufenster gestellt, als er das Unternehmen als „exzellenten“ Übernahmekandidaten bezeichnet hatte. Mit einer vollen Produkt-Pipeline sei Forest einen „dicken Premium-Aufschlag“ wert.

Actavis will die Aktionäre von Forest Laboratories mit 89,48 US-Dollar je Papier locken. Davon gibt es 26,04 US-Dollar in bar sowie je knapp ein Drittel einer Actavis-Aktie. Die Offerte liegt damit rund 31 Prozent über dem letzten Börsenwert. Die Anteilseigner und Behörden müssen der Übernahme aber noch zustimmen.

Actavis gehört in der Pharmabranche zu den aktivsten Zukäufern. In den vergangenen drei Jahren steckte das Unternehmen 14,4 Milliarden Dollar in Übernahmen. Erst im Mai 2013 haben die Amerikaner in Irland zugeschlagen und sich den Wettbewerber Warner Chilcott einverleibt.

Das hat für Experten wie Ori Hershkovitz vom Finanzinvestor Sphera Funds einen einfachen Grund: Actavis wachse vor allem durch Übernahmen, weil die Entwicklung neuer Produkte ausgesprochen kostspielig sei. „Wenn man sich keine eigene Forschung im großen Stil leisten kann, sind Zukäufe der einzige Weg, um zu wachsen“, sagte er.

Mit Forest Laboratories holt sich Actavis insbesondere dessen Kassenschlager Namenda und Bystolic ins Haus. Das Alzheimer-Mittel und die Bluthochdruck-Pille erzielten im vergangenen Jahr zusammen fast zwei Drittel des Konzernumsatzes.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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