Formale Schritte eingeleitet
Schaeffler meldet Conti-Übernahme bei EU ein

Die Schaeffler-Gruppe erwartet nach Beendigung der letzten Formalitäten einen zügigen Abschluss der Übernahme des Konkurrenten Continental aus Hannover. Schaeffler habe die Anmeldung der Conti-Übernahme am späten Freitagabend bei der EU-Kommission eingereicht.

HB HANNOVER. Das sagte ein Sprecher des fränkischen Wälzlagerherstellers. Zuvor hatte die Gruppe erklärt, sie erwarte, dass das Verfahren "zügig im Rahmen der normalen Fristen zum Abschluss gebracht wird". Normalerweise nimmt sich die Behörde 25 Tage Zeit.

Schaeffler trat mit dem Schritt indirekt auch Spekulationen entgegen, die Übernahme nicht mehr ernsthaft zu verfolgen. Da sich der Aktienkurs von Conti seit Ablauf der Übernahmefrist halbiert hat, kursierten am Markt Gerüchte, Schaeffler wolle das Geschäft scheitern lassen, um die drohenden milliardenschweren Wertberichtigungen zu umgehen und zögere daher die Anmeldung bei den Wettbewerbshütern hinaus.

Auch mit weiteren Aktienkäufen unterstrich Schaeffler sein Interesse an Continental. Die Gruppe machte sich den gefallenen Kurs abermals zunutze und kaufte Conti-Aktien auf dem Markt für die bereits angedienten Conti-Papiere. Dort erwarb Schaeffler am Mittwoch und Donnerstag für rund zehn Euro weniger als den Angebotspreis von 75 Euro gut ein Prozent der Conti-Aktien. Insgesamt hat der Konzern auf diesem Wege nun etwa drei Prozent gekauft. Im Zuge der Übernahmeofferte waren Schaeffler 82 Prozent der Papiere angeboten worden. Da die Übernahme noch nicht abgeschlossen ist, müssen die Verkäufer auf ihr Geld warten. Anleger, denen die Geduld ausgeht, verkaufen daher zu niedrigeren Kursen direkt an Schaeffler.

Das deutliche Kursplus der Conti-Aktie von mehr als sechs Prozent begründeten Marktteilnehmer am Freitag aber auch mit Spekulationen über ein Interesse des Rivalen Michelin am Gummigeschäft von Conti. Michelin schaue sich immer Optionen in der Reifenindustrie an, sagte Konzernchef Michel Rollier. Zu Conti lehnte er eine Stellungnahme ab. Erst vor knapp einem Monat hatte der französische Konzern sein grundsätzliches Interesse an Conti bekräftigt, jedoch zugleich darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zukaufs wegen kartellrechtlicher Probleme gering sei. Der italienische Reifenhersteller Pirelli - der im Sommer noch ausgeschlossen hatte, für das Conti-Reifengeschäft zu bieten - lehnte am Freitag einen Kommentar ab.

Conti selbst hatte unlängst in einem Brief an seine Mitarbeiter geschrieben, alle Optionen zu prüfen, zugleich aber beteuert: "Wir werden keine Unternehmensteile verschleudern."

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