Formel 1
Technik und Show

Für die an der Formel 1 beteiligten Automobilhersteller, insbesondere Mercedes und BMW, bietet sich derzeit eine einmalige Chance: Sie können in die Popularitätslücke der Nach-Schumacher-Ära hineinstoßen. Doch was bringt den Autobauern der teure Spaß Formel 1 im Alltagsgeschäft wirklich?
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DÜSSELDORF. Michael Schumacher, Rekord-Weltmeister in Altersteilzeit, hat sich für den neuen Fiat-Fernsehspot als Gärtner verkleidet. Doch mit der Slapstickeinlage verfolgt er das gleiche Ziel wie einst im roten Rennoverall: Autos verkaufen, und zwar mit aller Ernsthaftigkeit. Nur sonntags zwischen zwei und halb vier ist die Formel 1 Sport, in der restlichen Zeit ist sie Geschäft.

Das Jahr eins nach Schumi, das im australischen Melbourne mit einem Sieg vom Nachfolger des Kerpeners im Ferrari-Cockpit, Kimi Raikkonen, begonnen hat, bietet für die beteiligten Automobilhersteller, insbesondere Mercedes und BMW, eine einmalige Chance. Sie können in die Popularitätslücke der Nach-Schumacher-Ära hineinstoßen. Schließlich geht es den Werksteams im Motorsport nicht um die hehre Förderung sportlicher Werte, sondern um den Absatz ihrer Modelle. Wer in der Formel mitmacht, will gewinnen - an Profil und damit auch an Kunden.

Die sechs Autokonzerne Renault, Fiat, DaimlerChrysler, Honda, BMW und Toyota bestimmen mit ihren Werksteams nicht nur die Show auf der Rennstrecke. Sie steuern auch mehr als zwei Drittel der geschätzten drei Milliarden Euro bei, mit denen der Rennzirkus finanziert wird. Dem Business Formel 1 tut der massive Werkseinsatz somit gut.

Aber was bringen die Formel-1-Siege den Autoherstellern wirklich? Das bleibt weitgehend deren Betriebsgeheimnis. Der zweifache Weltmeister Renault, dessen Paradefahrer Fernando Alonso das Team verlassen und als amtierender Fahrercham- pion die werbewirksame Startnummer 1 mit zu McLaren-Mercedes genommen hat, wollte genau dies von seinen Kunden wissen.

Einer Befragung zufolge haben sich immerhin acht Prozent der Käufer wegen der Formel-1-Erfolge für einen Renault entschieden. 76 Prozent aller Autofahrer gaben an, die Formel 1 zu kennen, 48 Prozent glauben, dass die Teilnahme das Markenimage verbessert, und 21 Prozent haben mehr Vertrauen in Fahrzeuge, die von einem Hersteller kommen, der in der Königsklasse mitfährt.

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