Forschung
Pharmafirmen setzen auf Krebsmittel

Das Geschäft mit Krebsmedikamenten hat sich zum attraktivsten Segment der Pharmabranche entwickelt. Führende Hersteller forcieren daher nicht nur die Forschung im Bereich der Onkologie, sondern auch ihre Übernahmestrategien.

FRANKFURT. Jüngstes Beispiel dafür ist der Kauf des Krebsforschungsunternehmens Cougar Biotechnology durch den US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) für rund eine Mrd. Dollar. Der amerikanische Pharma- und Medizintechnikriese erwarb damit zwei potenzielle Wirkstoffe gegen Prostata- und Brustkrebs sowie eine Reihe weiterer Entwicklungsprojekte.

Nur wenige Tage zuvor investierte der Schweizer Konzern Novartis rund 1,3 Mrd. Dollar in den Kauf des Krebsmittelsortiments der österreichischen Generikafirma Ebewe. Sanofi-Aventis verstärkte die eigene Onkologie-Pipeline mit dem Kauf des Biotechunternehmens Bipar Sciences. Bereits im vergangenen Jahr übernahm der US-Konzern Eli Lilly die Biotechfirma Imclone, die zusammen mit der deutschen Merck-Gruppe das erfolgreiche Krebsmittel Erbitux entwickelt hat.

Und auch eine der größten M&A-Transaktionen der Pharma-Branche, die 47 Mrd. Dollar teure Komplettübernahme des Biotech-Pioniers Genentech durch Roche, wird von dem Motiv getrieben, die Position in der Entwicklung und dem Vertrieb von Krebsmedikamenten zu stärken. Immerhin stammen die drei Top-Produkte des Baseler Konzerns, die Krebsmedikamente Rituxan, Avastin und Herceptin, allesamt aus der Forschung von Genentech. Indem Roche den Anteil an der US-Firma von 56 Prozent auf 100 Prozent aufstockte, sicherte sich der Konzern einen höheren Anteil an den Erträgen der Genentech-Produkte und vor allem einen besseren Zugriff auf die künftigen Neuentwicklungen.

Hintergrund ist der ungebrochen starke Wachstumstrend im Bereich der Krebstherapie. Seit 2003 haben sich die Umsätze in diesem Segment mehr als verdoppelt, und viele Marktforscher prognostizieren weiter zweistellige Zuwächse. IMS Health etwa geht davon aus, dass die Verkäufe von Krebsmedikamenten bis 2012 um mehr als die Hälfte auf dann über 75 Mrd. Dollar zulegen könnten.

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