Forschung wird ausgebaut: Evotec kauft ENS-Tochter zurück

Forschung wird ausgebaut
Evotec kauft ENS-Tochter zurück

Das Hamburger Biotechnologieunternehmen Evotec OAI beschafft sich zusätzliches Kapital, um die eigene Forschung über Krankheiten des zentralen Nervensystems (ZNS) ausbauen zu können.

HB FRANKFURT. Dazu kauft die auf Auftragsforschung spezialisierte Evotec per Aktientausch ihre frühere Tochterfirma Evotec Neurosciences (ENS) zurück, die ZNS-Arzneistoffe etwa für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit entwickelt. Durch die bei ENS liegenden Barmittel und eine Kapitalerhöhung um rund 27 Mill. € soll der Bestand an liquiden Mitteln auf mehr als 60 Mill. von 15 Mill. € steigen. Die im Technologieindex TecDax notierte Evotec-Aktie gewann 3,3 % auf 3,55 €.

Evotec wolle das Geld aus der Kapitalerhöhung für das eigene Geschäft nutzen und für Projekte von ENS in den kommenden drei Jahren, sagte Vorstandschef Jörn Aldag am Montag. Evotec wolle noch dieses Jahr einen Wirkstoff von ENS in die erste Phase der klinischen Erprobung am Menschen bringen, kommendes Jahr sollen zwei weitere Substanzen folgen.

Aldag kündigte an, Evotec wolle zum Ausbau des Portfolios Produkte aus dem ZNS-Gebiet erwerben oder auch kleinere Firmen, die in diesem Bereich tätig seien. Für die später folgenden, kostspieligen klinischen Phasen strebe Evotec Partnerschaften für die Weiterentwicklung und Vermarktung der Produkte an.

Evotec hatte die Beteiligung an der 1999 gegründeten ENS im vergangenen Jahr auf 22 % reduziert und den Rest an Risikokapitalgeber verkauft. Mit dem Geld der Investoren wollte ENS Wirkstoffkandidaten von der Schweizer Pharmafirma Roche erwerben. Im Zuge des Rückkaufs gibt Evotec 14,3 Mill. neue Aktien aus. Damit werde ENS mit 49 Mill. € bewertet. Der Bargeldbestand von ENS von rund 20 Mill. € sei in dieser Summe enthalten.

Eine Gruppe von Investoren hat sich nach Angaben von Evotec dazu verpflichtet, im Zuge einer Kapitalerhöhung zehn Mill. neue Evotec-Aktien für je 2,72 € zu zeichnen. Altaktionäre sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Bezugsrechte auszuüben. Die Hauptversammlung am 7. Juni müsse der Kapitalaufstockung noch zustimmen.

Der Evotec-Konzern ist spezialisiert auf Dienstleistungen für die Pharma-Wirkstoffforschung. Dazu gehört die Prüfung von Substanzen auf ihre Eignung als Arzneimittel-Wirkstoffe und die Entwicklung der dafür notwendigen Testmittelsysteme. ENS erforscht und entwickelt mit rund 30 Mitarbeitern in Hamburg und Zürich Arzneimittel zur Behandlung von ZNS-Erkrankungen wie Alzheimer. ENS arbeitet dabei mit der japanischen Takeda und dem umsatzstärksten deutschen Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim zusammen.

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