Forschungstandorte Berlin und Wuppertal
Bayer räumt seine Pharmaforschung auf

Der Leverkusener Bayer-Konzern ordnet im Zuge der Integration von Schering seine Pharmaforschung neu. Vor allem an den US-amerikanischen Standorten bedeutet das harte Einschnitte. In einem guten halben Jahr soll der Umbau abgeschlossen sein.

HB FRANKFURT. Die Forschung werde künftig an den Standorten Berlin und Wuppertal sowie im kalifornischen Berkeley konzentriert, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Durch den Umbau sollen in den USA bis zu 800 Jobs wegfallen. Die Maßnahmen sollen einmalig bis zu 350 Mill. Dollar (275 Mill. Euro) kosten, ab Ende 2008 aber jährlich die Kosten in Forschung und Entwicklung um mehr als 210 Mill. Dollar (165 Mill. Euro) senken. Ende des ersten Halbjahres 2007 soll der Umbau abgeschlossen sein.

"Diese Neuordnung wird die Leistungsfähigkeit der zusammengeführten Forschungs- und Entwicklungsorganisation von Schering und Bayer steigern", erklärte Arthur Higgins, Chef der Bayer-Gesundheitssparte HealthCare und der künftigen Bayer Schering Pharma AG. Mit der Neuordnung könnten die laufenden Infrastrukturkosten deutlich gesenkt werden. Durch die Neuaufstellung würden vor allem in der Forschung in den USA 600 Stellen wegfallen. 200 weitere Arbeitsplätze würden durch die Maßnahmen in anderen Bereichen in den USA gestrichen.

Bayer hatte den Berliner Arzneimittelhersteller für rund 17 Mrd. Euro übernommen. Es war die größte Akquisition in der mehr als 114-jährigen Geschichte des Bayer-Konzerns. Mit dem Kauf von Schering steigt Bayer an die Spitze der deutschen Pharmakonzerne vor Boehringer Ingelheim auf.

Die Forschungsstandorte West Haven in Connecticut und Richmond in Kalifornien von Berlex, so heißt die US-Tochter von Schering, würden geschlossen. Die US-Zentrale für den Vertrieb der künftigen Bayer Schering Pharma AG werde in Wayne und Montville in New Jersey angesiedelt. Dazu gehören die Onkologie, die Spezial-Therapeutika und die US-Produktentwicklung sowie weitere Bereiche. Mitarbeiter dieser Funktionen an anderen Standorten sollen in den nächsten zwölf bis 18 Monaten an den neuen Hauptsitz wechseln.

Bayer erwartet aus der Schering-Integration insgesamt Synergien von 700 Mill. Euro, die ab 2009 erreicht werden sollen. Nach früheren Angaben sind insgesamt rund 6000 Arbeitsplätze, das sind etwa zehn Prozent der Stellen in den zusammengefassten Gesundheitssparten, durch die Übernahme gefährdet. Der Hauptsitz der künftigen Bayer Schering Pharma AG soll Berlin sein.

Erst kürzlich wurden einige Einzelheiten bekannt, was die Übernahme für die deutschen Standorte bedeutet. So ist nach früheren Bayer-Angaben geplant, die Zentralfunktionen des Schering-Vertriebs in die in Leverkusen ansässige Bayer Vital einzugliedern. Unternehmenskreisen zufolge wird dies in der Hauptstadt rund 270 Arbeitsplätze kosten. Ein mit den Planungen Vertrauter hatte Reuters gesagt, zugleich würden etwa 100 Stellen aus Leverkusen und Wuppertal nach Berlin verlagert. Bayer zufolge ist geplant, Zentralfunktionen des Bereichs Primary Care und der europäischen Vertriebsorganisation für die Onkologie und die Hämatologie/Kardiologie nach Berlin zu verlegen.

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