Fortbestand der gesamten Gruppe schergestellt
US-Investor kauft Eurobike

Die insolvente Eurobike AG ist gerettet. Rückwirkend zum 1. Oktober übernehme der US-Konzern Fairchild Corp. (Dulles/ Virginia) den Düsseldorfer Hersteller und Händler von Motorradbekleidung, teilte Eurobike am Montag mit. Gläubigerausschuss und Insolvenzverwalter hätten die Entscheidung zu Gunsten des US-Investors getroffen.

HB DÜSSELDORF. Fairchild übernehme die gesamten operativen Aktivitäten der Gruppe, teilte das Düsseldorfer Unternehmen am Montag mit. Der Investor habe von den Kaufinteressenten „neben einem angemessenen Kaufpreis“ das beste Konzept zur Fortführung des Unternehmens vorgelegt und die Weiterbeschäftigung der meisten der weltweit rund 300 Mitarbeiter zugesichert, ergänzte eine Unternehmenssprecherin. Damit sei der Fortbestand der Gruppe sicher gestellt. Unklar sei indes noch, ob Eurobike börsennotiert bleibe.

Eurobike hatte eigenen Angaben zufolge zuletzt mit drei potenziellen Investoren verhandelt. Fairchild hatte bereits im Sommer den Gläubigerbanken ein Angebot vorgelegt, das aber von den Instituten abgelehnt worden war. Die Firma hatte daraufhin Mitte Juli beim Amtsgericht Düsseldorf Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Gleichzeitig wurden Insolvenzanträge für die Tochtergesellschaften Hein Gericke Holding GmbH, Hein Gericke Vertriebs GmbH und Paul A. Boy GmbH gestellt.

Im Juni hatten die Gläubigerbanken ihre Kreditlinien gekündigt. Obwohl das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium eine Landesbürgschaft prüfen wollte, hatten die Banken eine Aufhebung der Kreditkündigungen abgelehnt. Durch den missglückten Einstieg ins Großhandelsgeschäft und damit verbundenen Fehlinvestitionen war Eurobike vor zwei Jahren zum Sanierungsfall geworden. Der Schuldenberg wurde im Frühjahr mit 164 Millionen Euro beziffert. Die hohen Zahlungen für Zinsen und Tilgung belasteten das operative Geschäft. Die im Prime Standard notierte Aktie wurde zuletzt mit 0,31 Euro gehandelt.

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