Fortschritte bei Verhandlungen über Golf-Geländewagen
Kerkorian-Gerücht treibt VW-Aktie

Angeblich steigt der US-Milliardär Kirk Kerkorian beim Autobauer Volkswagen ein. Das Gerücht hat am Donnerstag für einen Kurssprung der VW-Aktie gesorgt. Eine positive Nachricht von den Verhandlungen über den Bau des neuen Golf-Geländewagens gerät da ins Hintertreffen.

HB FRANKFURT/WOLFSBURG. Das Papier stieg am Vormittag um mehr als 5 Prozent auf bis zu 50,74 Euro. Dagegen lag der Dax leicht im Minus. Mehrere Marktteilnehmer in Frankfurt verwiesen auf Gerüchte am Markt, Kerkorian baue angeblich eine VW-Beteiligung auf. Volkswagen wollte die Spekulationen nicht kommentieren. Aus Branchenkreisen verlautete, die Gerüchte seien „an den Haaren herbeigezogen“. Sie seien nicht nachvollziehbar und hätten keine Grundlage.

Andere Marktteilnehmer nannten weitere Gründe für das Kursplus: „Der Markt hofft unverändert auf umfangreiche Restrukturierungen.“ Volkswagen fährt derzeit einen Milliarden-Sparkurs. Bei Europas größtem Autokonzern ist momentan alles auf dem Prüfstand. Die vergleichsweise hohen Kosten sollen drastisch gesenkt werden, VW hat erhebliche Überkapazitäten und massive Absatzprobleme vor allem in den USA. Mehrere tausende Stellen stehen alleine in Deutschland zur Disposition, immer wieder machen Spekulationen über Schließung oder Verkauf einzelner Werke die Runde.

Die VW-Aktie war am Donnerstag das mit Abstand am meisten gehandelte Papier im Dax. Wie es in Branchenkreisen hieß, erreichte die Aktie innerhalb von nur zwei Stunden ein Handelsvolumen, das einem sonstigen Tageswert entspricht.

Kerkorians Finanzholding Tracinda ist bereits bei General Motors mit gut 9,53 Prozent der Anteile engagiert und will diese Beteiligung auf 9,9 Prozent aufocken. Bei der Beteiligung handele es sich um eine reine Finanzinvestition, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung Tracinadas. Die Gesellschaft habe derzeit keinerlei Pläne, Einfluss und Kontrolle über GM zu gewinnen. Allerdings erwäge die Holding Gespräche mit General Motors über einen Sitz im Verwaltungsrat des Autobauers.

Kerkorian, der einst größter Aktionär von Chrysler war, hatte zwei Jahre nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler auf Schadenersatz in Milliardenhöhe geklagt. Er beschuldigte das Stuttgarter Unternehmen, den Zusammenschluss mit Chrysler 1998 von Anfang an als Übernahme und nicht als Fusion unter Gleichen geplant zu haben. Deshalb hätte ihm ein höherer Aufschlag auf den Aktienpreis zugestanden. Ein US-Gericht hatte diese Klage im April 2005 zurückgewiesen, weil der Kläger keinen Betrug habe nachweisen können.

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