Foster's Bier
Australische Kultmarke wechselt in fremde Hände

Es ist eine der ganz großen Konzernübernahmen. Der Bierriese SABMiller verleibt sich den Rivalen Foster's ein - und damit eine der letzten bekannten australischen Marken. Das Ende einer Ära.
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CanberraCanberra hat am Freitag den Verkauf eines der letzten großen australischen Markennamens agesegnet. Der australische Finanzminister Wayne Swan verband sein Okay mit Bedingungen: Unter anderem muss das Bier weiter in Australien gebraut werden und SABMiller muss „das Portfolio der Foster's-Kultmarken erhalten“, wie der Minister mitteilte. Eine der größten Übernahmen auf dem internationalen Biermarkt ist damit praktisch perfekt. SABMiller ist einer der größten Bierbrauer der Welt mit Aktivitäten auf allen Kontinenten. Zum Portfolio gehören Pilsner Urquell und Grolsch.

Forster’s Group geht für knapp 11 Mrd. austr. Dollar (rund 7,9 Mrd. Euro) an den internationalen Braukonzern SABMiller, sagte der Fosters-Manager für Investorenbeziehungen, Chris Korr. SABMiller zahle 5,40 Dollar für jede der rund zwei Milliarden Aktien. Die Angaben über den Wert der Transaktion variieren nach seinen Angaben, weil manche Analysten die Schulden mit einrechnen, die SABMiller übernimmt.

Wie Schatzkanzler Wayne Swan erklärte, sei die Bewilligung mit einigen Bedingungen verknüpft. So müssten die neuen Besitzer, die auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis – Bier brauen, „das Portefeuille der Foster’s-Kultmarken erhalten“. Außerdem müsse weiter Bier in Australien gebraut werden. Foster’s stellt in Australien unter anderem die Traditionsbiere VB (Victoria Bitter) und Crown Lager her und hat Rechte an Corona, Stella Artois und Asahi.

Noch in der ersten Jahreshälfte hatte sich Foster’s heftig gegen die Übernahmegelüste der in Johannnesburg und London gelisteten SABMiller gewehrt. Zuvor hatte die Melbourner Gruppe das verlustreiche Weingeschäft separat an die australische Börse gebracht. Im August meldete Foster’s Group schließlich einen Rückgang des Halbjahresgewinns von 9 Prozent auf 494,9 Mio. austr. Dollar.  Um sechs Prozent schwächere Bierverkäufe hatten wesentlich auf das Geschäft gedrückt.

Die Verkaufsmargen waren kleiner, weil sich die beiden wichtigsten Kunden von Foster’s, die beiden Supermarktketten Woolworths und Coles, einen Preiskrieg geliefert hatten. Zudem hätten australische Verbraucher generell weniger Bier konsumiert, so die Firma damals. Schließlich drückte ein regnerischer Sommer auf den Verbrauch. Es wird erwartet, dass die neuen Besitzer die Reichweite des Markennamens ausdehnen werden. Foster’s ist im Vergleich zu anderen Braukonzernen in wenigen Überseemärkten vertreten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Urs Wälterlin
Urs Wälterlin
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Typisch DPA: Eine Behauptung aufstellen und den Beweis schuldig bleiben. Warum sollte "für Australien eine Ära enden"?. Es sind doch wohl eher die Säufer, die sich daran ereifern.
    Zudem ist es schon befremdlich wenn eine Zeitung, die sich angeblich dem Handel verschrieben hat,ein Problem darin sieht, daß Aktienanteile einen neuen Besitzer gefunden haben. Tja, entweder finanziere ich das Wachstum meiner Firma mit eigenem Geld, oder ich mache mich abhängig von Geldgebern. Mit der Herausgabe der ersten Aktie hat man bereits die Selbständigkeit aufgegeben. Gut, das ist natürlich für Leute, die ihre Identität in Abhängigkeit von einer Brauerei sehen, zu weit gehend. Australien wird weiter existieren, auch weil der Eigentümmerwechsel einer Brauerei nun wirklich unbedeutend ist.

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