Foxconn
Der Riese hinter Apple

Die glänzende Gerätewelt des kalifornischen Konzerns fußt auf einem Arbeiterheer in China. Dort entstehen in den Fabriken des verschwiegenen Riesen Foxconn iPads und iPhones billig und im Akkord. Eine Reportage
  • 28

Shenzhen-LonghuaChinas Wirtschaftswunder spielt jeden Nachmittag exakt 40 Minuten lang Karten. Kurz nach fünf Uhr strömen Tausende junger Männer in dunkelblauen Polohemden aus dem Westtor der größten Elektrofabrik der Welt. Auf einer Brachfläche vor dem Tor hocken sie sich zum Spielen an Tischchen. Bald liegt ein Geruch von bitterem Tabak über dem Feld.

Einer von ihnen ist Zhao Xiang, 35 Jahre alt, Angestellter in der Logistikabteilung. „Um zehn vor sechs wird dieser Platz hier wieder komplett leer sein“, prophezeit er. „Bei uns greift alles exakt ineinander, Schlamperei duldet Foxconn nicht.“

Zhao arbeitet am chinesischen Standort Shenzhen-Longhua des Elektrokonzerns Foxconn. Ein Name, den kaum jemand kennt, und der für einen der geheimnisvollsten Konzerne der Welt steht. Denn der taiwanesische Mega-Konzern ist die Macht hinter der wertvollsten Marke der Welt: Apple. Die Firma aus Kalifornien lässt unter anderem das iPhone und den Tablet-Computer iPad bei Foxconn fertigen. Eine knappe Million Menschen beschäftigt der chinesische Konzern und damit in etwa so viele Mitarbeiter wie Siemens, VW und Daimler zusammen. Der Umsatz von Foxconn lag 2010 bei mehr als 100 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Großkunde Apple erlöste im selben Zeitraum nur etwa 70 Milliarden Dollar.

Wie hat es diese Firma aus China geschafft, zur wichtigsten Werkbank westlicher Kommunikationskonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell und Nintendo zu werden?

Weil sich Foxconns Großkunden mit Informationen über ihren asiatischen Partner sehr zurückhaltend zeigen und auf Verschwiegenheitsklauseln in den Verträgen berufen, ist ein Besuch vor Ort notwendig, um das Geheimnis des Konzerns zu ergründen.

Im Gespräch mit Arbeitern, Managern, Kunden und Zulieferern des Unternehmens finden sich immer wieder zwei Tatsachen, die den betriebswirtschaftlichen Erfolg von Foxconn erklären: das enorme Organisationstalent des taiwanesischen Firmengründers Terry Gou, einem heute 60-jährigen Multimilliardär, und das praktisch unerschöpfliche Reservoir an Arbeitskräften auf dem chinesischen Festland. Gou hat es geschafft, den Aufstiegswillen einer ganzen Armee chinesischer Bauernsöhne in geballte Produktionskraft umzuwandeln.

Kommentare zu "Der Riese hinter Apple"

Alle Kommentare
  • Es geht den Deutschen eben nicht so gut wie nie zuvor!
    So etwas kann man nicht in Zahlten um Löhne und Spareinlagen ausdrücken.

    Früher konnte ein normaler Arbeiter mit seinem Lohn ein Familie ernähren. Das funktioniert heute oft nicht mehr.
    Es herscht ein Trend zur so genannten Arbeitsverdichtung.
    Auf Deutsch heißt das Stress + Druck nehmen immer weiter zu.

    Die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist bei weitem nicht so hoch wie früher.

    Und der Zeitarbeiter, der genau die gleiche Arbeit macht, wie sein fest angestellter Kollege, ist eben nicht gering(er) qualifiziert. Er hat einfach nur Pech gehabt.
    So wie der outgesourcte Arbeitnehmer eines Dienstleisters,
    der die gleiche Arbeit macht wie sein noch nicht outgesourcter Vorgänger und trotzdem nur 2/3 oder 1/2 von dessen Stundenlohn bekommt !

  • Die Menschen sollen langsam aufwachen und nicht jeden Marketing Hip mitmachen.
    Apple ist einer der besten Beispiele wie man durch sehr gutes Marketing die Kaufkraft des heutigen Bürgers manipulieren kann und durch Apple bekommt das Wort "Trend" erst richtig eine Bedeutung.
    Alle Firmen versuchen kostengünstigt zu produzieren und das Gewinnmaximum zu erreichen, aber ein Riese wie Apple sollte sich der riesigen Verantwortung gegenüber dem Käufer und Menschen nicht entziehen.
    Langsam sollte der zu gute Ruf ins wanken kommen.
    Nur leider ist die Maße meist "blauäugig"


  • Teil 2

    "Wir Deutschen erlebten ein „Wirtschaftswunder“, wir waren 1960 zweitgrößter Wirtschaftsnation (Westdeutschland).<br/><br/>Nachdem wir unser Land aufgebaut hatten, legten wir in den 60er Jahren auch die Grundsteine unserer zukünftigen Probleme.<br/><br/>Auf Druck der USA erlaubten wir Gastarbeitern aus der Türkei, Italien, Griechenland und Jugoslawien für wenige Jahre eine Arbeitserlaubnis (Die Rückreise steht noch aus). Menschen die wir nie benötigten.<br/><br/>Ende der 60er Jahre erlebten wir den „Pillenknick“ und eine Ohnmächtige Politik es durch eine Familienfreundliche und Lastengerechte Politik zu ändern (BIS HEUTE).<br/><br/>Wir erlebten die „erste Rezession“ und die erfolgreiche “Kur“. Leider reduzierten wir aber nie mehr unser Schulden, sondern vergrößerten sie mit jedem Jahr (BIS HEUTE).<br/><br/>Wir stehen heute am Ende des Weges, nur immer so weiter funktioniert nicht mehr.<br/><br/>"

  • Wir Deutschen erlebten ein „Wirtschaftswunder“, wir waren 1960 zweitgrößter Wirtschaftsnation (Westdeutschland).

    Nachdem wir unser Land aufgebaut hatten, legten wir in den 60er Jahren auch die Grundsteine unserer zukünftigen Probleme.

    Auf Druck der USA erlaubten wir Gastarbeitern aus der Türkei, Italien, Griechenland und Jugoslawien für wenige Jahre eine Arbeitserlaubnis (Die Rückreise steht noch aus). Menschen die wir nie benötigten.

    Ende der 60er Jahre erlebten wir den „Pillenknick“ und eine Ohnmächtige Politik es durch eine Familienfreundliche und Lastengerechte Politik zu ändern (BIS HEUTE).

    Wir erlebten die „erste Rezession“ und die erfolgreiche “Kur“. Leider reduzierten wir aber nie mehr unser Schulden, sondern vergrößerten sie mit jedem Jahr (BIS HEUTE).

    Wir stehen heute am Ende des Weges, nur immer so weiter funktioniert nicht mehr.

  • An Andreas:
    Text:; Meine "enge" Sichtweise der Gewinnmaximierung ist genau das, was uns den Wohlstand beschert (und was allgemein das enorme Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzente ermöglicht hat).


    Antwort: Das ist eine „typische Betriebswirtschaftliche“ Antwort. Dabei beschert die „Gewinnmaximierung“ nicht unbedingt Wohlstand?

    Wohlstand für wenn?

    Die „Gewinne“ gehören den Aktionären bzw. den Eigentümern.


    Der Wohlstand den wir in Westdeutschland erworben haben. Hat viele Väter, die vielen Vertriebenen aus Ostdeutschland brachten Fertigkeiten und Wissen mit. Denken sie an die Textilindustrie. Der Fernseher wurde z. b. in Pommern erfunden, viele Erfinder aus Preußen, fanden sich in Westdeutschland wieder.

    Nicht umsonst war Schlesien ein „Industrielles Kraftzentrum“ Deutschlands. Bayern hatte außer München keine „Industrielle Basis“.

    Die „extrem hohen Reparationszahlungen“ wurden auf Druck der USA deutlich reduziert.

    Es wurde eine Währung eingeführt die mit dem Wirtschaftsraum zusammenpasste.

    Die Industriekapitäne erhielten ihre Betriebe im Westen in der Regel zurück.

    Die Zerschlagung von wichtigen Konzernen führte zu einer Schwächung der Wirtschaft aber es war auch eine Chance für neue Unternehmen.

    Die Auslandstöchter und die Patente wurden von den Westmächten geklaut (Denken sie an Schering USA)

    Es erfolgte eine Zusammenarbeit zwischen Kapitaleignern und der Arbeiterschaft. Die Gründe lagen auch in der Ohnmacht der Kapitaleigner gegenüber den Siegermächten.

    Die Zusammenarbeit war aber fruchtbar und es entstand eine gewisse „soziale Partnerschaft“.

    Gemeinsam wurden die Betriebe aufgebaut.

  • Das es uns gut geht liegt daran das nicht jeder Ihre Meinung der Gewinnmaximierung teilt. Wo waren den die schlauen Volkswirte als die Amerikaner mit den modernen Massenvernichtungwaffen (CDOs/CDS) die Märkte überschwemmten ? Gewinnmaximierung , Shareholdervalue wie groß hat es die Amerikaner und Engländer gemacht ?

  • Meine "enge" Sichtweise der Gewinnmaximierung ist genau das, was uns den Wohlstand beschert (und was allgemein das enorme Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzente ermöglicht hat).

    Natürlich gibt es Verbesserungsbedarf. Die angesprochene Umweltbelastung ist ein Punkt, Externalitäten werden nunmal (derzeit) noch nicht (hinreichend) eingepreist. Das ist eine Unzulänglichkeit des Wirtschaftssystems - Ansätze wie Zertifikatehandel sind vereinzelt bereits implementiert. Mit Sicherheit bedarf es da noch weitergehender Schritte, insbes. in den emerging market Volkswirtschaften.

    Und natürlich profitiert nicht jeder, aber ich widerspreche Ihnen in dem Punkt, dass dies die breite Masse ist. Nachteile haben insbes. die Geringqualifizierten, deren Jobs bei uns durch das Outsourcing manueller Arbeit wegfallen. Dazu gibt es bei uns soziale Netze, die eben genau das abfedern.

    Die Vorteile für die breite Masse überwiegen ganz deutlich. Auch wenn sich viele Leute beklagen, den Deutschen geht es so gut wie nie zuvor (Durchschnittseinkommen, Durchschnittsersparnisse etc.).

  • Dieser Artikel ist schlecht recherchiert.
    Foxconn hat schon lange mehrere Werke in Brasilien (Manaus, Sorocaba, Jundiai ..).
    Eines der Werke war vor etwa 4 Jahren einige Wochen von der Polizei geschlossen, da illegal eingeschleuste chinesische Arbeiter dort wie Sklaven gehalten wurden.

  • Dieser Artikel ist schlecht recherchiert.
    Foxconn hat schon lange mehrere Werke in Brasilien (Manaus, Sorocaba, Jundiai ..).
    Eines der Werke war vor etwa 4 Jahren einige Wochen von der Polizei geschlossen, da illegal eingeschleuste chinesische Arbeiter dort wie Sklaven gehalten wurden.

  • Soo, jetzt gehen wir mal wieder vom Bauch in den Kopf:
    Was steht denn so Aufregendes in dem Artikel? Ein ungelernter Mensch aus der Provinz wird bei Foxconn beschäftigt und verdient 1€/Std. Nun, letzten Monat bot eine Firmeninhaberin eines gut gehenden Autohauses einen Job an: Autoreinigung innen und außen, auf Abruf auch samstags für 6,50€. Leasingfirmen stellen ausgebildete Leute für 9-12 € ein. Vor beinahe 40 Jahren habe ich für 9 DM als Schüler gearbeitet und hätte dafür 9 Bier in der Kneipe trinken können, heute sind das noch 3. In Singapore, was etwa das gleiche BSP wie D hat, kann man noch gut für 2€ essen, in China dürfte das noch deutlich billiger sein, so dass sich der chinesische Arbeiter mit seinem 1€ nicht schlechter steht.
    Die Gewinnspanne: 150€ Kosten stehen 500€ Ladenverkaufpreis gegenüber. Eine Gewinnspanne von 1:3 ist nicht außergewöhnlich. Die Geräte haben hohe Entwicklungskosten und in der Regel nur wenige Jahre, in denen sie aktuell sind. Leichter geht es mit Kleidung: Ein Geschäftsmann versicherte mir, dass er Hemden für 1$ in Indonesien fertigen lässt und an das amerikanische Militär für 40$ verkauft; 6000€ müsste dann das iPad kosten, also auch kein Grund zur Aufregung.
    Bleibt der Umgang mit den Arbeitern. Da gibt es sicher vieles zu Kritisieren, Welten trennen uns von diesen Methoden, wie die Modekette Takko beweist: „Mitarbeiter über 50 Jahre sind im Laufe der nächsten drei Monate auf Entwicklung und Optik zu überprüfen. Nicht passende sind nach Abwägung zu kündigen.“

Serviceangebote