Fragmentierung fördert den Wettbewerb – Sparten der großen Konzerne holen auf
Medizintechnik-Markt gerät unter Konzentrationsdruck

„Wir sind bei unseren Wachstumsplänen auf Kurs“, wiegelt Smith & Nephews Vorstandschef Christopher O’Donnell ab. Doch legte der Konzern, der unter anderem Gelenkprothesen herstellt und damit in direktem Wettbewerb mit mehreren deutschen Firmen steht, mit zwei Prozent auf umgerechnet 458 Mill. Euro Umsatz weit weniger zu als erwartet.

Außerdem hatte sich das Unternehmen 2003 am Erwerb der Schweizer Centerpulse die Zähne ausgebissen. Im März 2003 hatte sich Smith & Nephew mit den Eigentümern und dem Management der Centerpulse (früher: Sulzer Medica) verständigt, die Gesellschaft für 2,2 Mrd. Euro zu übernehmen. Doch im August setzte sich US-Konkurrent Zimmer Holdings mit einer Gegenofferte von 2,6 Mrd. Euro durch.

Smith & Nephew ist seither bei orthopädischen Implantaten nur noch Nummer fünf. Übernahmeinteresse wird nun der Stryker Corp. nachgesagt. Mit im Rennen sind aber offenbar auch Medizintechniktöchtern von Johnson & Johnson (J&J) und General Electric (GE).

Während J&J sich mit der Beteiligung De Puy unter anderem bei Skelettimplantaten engagiert, drängt GE in das Geschäft mit medizintechnischem Großgerät – und womöglich auch in die Herstellung von Kontrastmitteln für Durchleuchtungsapparate. Dabei kommt sie deutschen Firmen wie Siemens AG und Schering AG in die Quere.

Vor Attacken der Konglomerate wie GE und J&J werden unabhängige Medizintechnik-Firmen durch ihren hohen Marktwert geschützt. Medtronic ist an der Börse rund 60 Mrd. Dollar wert. Und auch für die nach Umsatz nur halb so große und erheblich weniger profitable Smith & Nephew müsste ein Aufkäufer immerhin noch 8 Mrd. Euro berappen.

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