Industrie

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Frankreich: Paris drängt Peugeot zu Kauf von Opel

Frankreichs Präsident Hollande hätte Gefallen an einer Fusion von Peugeot und Opel. Einem Medienbericht zufolge will die Regierung den kriselnden Autobauer PSA sogar zu einem Kauf bewegen – um VW Kontra zu geben.

Automodelle von Peugeot und Opel in Bochum. Quelle: Reuters
Automodelle von Peugeot und Opel in Bochum. Quelle: Reuters

ParisDie französische Regierung drängt den kriselnden Autobauer PSA Peugeot Citroën einem Medienbericht zufolge zum Kauf von Opel. Damit solle ein Gegengewicht zu Europas größtem Autobauer Volkswagen geschaffen werden, berichtet die Tageszeitung "Le Monde" in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums und das Umfeld von Staatschef François Hollande. Ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handle sich um "reine Spekulation - und sonst nichts".

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Über eine Fusion von PSA und Opel war immer wieder spekuliert worden, seitdem PSA und der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) im Februar eine strategische Allianz verkündeten und GM mit sieben Prozent bei den Franzosen einstieg.

Die größten Autohersteller in Europa

  • Platz 10

    Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

  • Platz 9

    Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

  • Platz 8

    Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

  • Platz 7

    BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

  • Platz 6

    Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

  • Platz 5

    Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

  • Platz 4

    General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

  • Platz 3

    Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

  • Platz 2

    Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

  • Platz 1

    Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Inzwischen haben GM und PSA Verträge zur gemeinsamen Entwicklung von drei Fahrzeugprojekten und zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für den Einkauf unterzeichnet. Auf eine Fusion von PSA mit Opel verzichtete GM laut Medienberichten wegen der Finanzprobleme der Franzosen, die den Abbau von 8000 Arbeitsplätzen planen.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici zählte am Sonntagabend bei einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, dem Sender France Inter und "Le Monde" die bisherigen Bemühungen zur Sanierung von PSA auf und sagte dann: "Wahrscheinlich wird man noch weiter gehen müssen." Genauere Angaben machte er aber nicht, das Peugeot-Management müsse die "Situation klarstellen". Gefragt worden war Moscovici nach einer möglichen Fusion von PSA und Opel.

Renault und PSA Bonjour Tristesse!

Renault stellt seine Absatzzahlen vor – auch hierzulande schwächelt das Geschäft.

Laut "Le Monde" wird in Hollandes Umfeld befürchtet, dass VW mit einem Preiskampf PSA als Konkurrenten ausschalten will. "Volkswagen hat beschlossen, PSA aus dem Weg zu räumen", zitiert "Le Monde" Hollandes Umfeld. Dies könne nur durch eine Annäherung von PSA und Opel verhindert werden.

Ein Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums wird in "Le Monde" mit den Worten zitiert, GM könne nur von einer Fusion von PSA mit Opel überzeugt werden, wenn "PSA Opel direkt aufkauft". Unklar ist aber, mit welchen Mitteln PSA das tun sollte.

Die Sanierungspläne von Opel

  • Der „Deutschland-Plan“

    Das Opel-Management hatte seine Absichten für das Werk Bochum bereits im Juni in einem „Deutschland-Plan“ skizziert, der die Grundlage der Sanierung des verlustreichen Herstellers sein soll. Die Eckpunkte haben sich seitdem kaum verändert. Hier die wichtigsten Bestandteile.


  • Werk in Bochum schließt

    Mit dem Verlegung der aktuellen Generation des Familien-Vans Zafira nach Rüsselsheim endet die Fahrzeugproduktion im Traditionswerk Bochum Ende 2014. Erhalten wird nur ein Warenverteilzentrum.

  • Bessere Auslastung für andere Werke

    Die übrigen Opel-Werke könnten durch die Produktion für andere Automarken, etwa die Schwester Chevrolet, besser ausgelastet werden.

  • Hoffnung auf Nischenmodelle

    Nischenmodelle wie der Mini-SUV Mokka oder der Kleinwagen Adam sollen zusätzlichen Absatz bringen.

  • Neue Märkte erschließen

    Über den Mutterkonzern General Motors will Opel wachsende Auslandsmärkte wie Russland oder die Türkei besser erschließen.

  • Sparen dank Kooperation

    In der Zusammenarbeit mit dem Partner PSA Peugeot Citroën will GM für Opel Spareffekte nutzen, etwa in der Konstruktion oder womöglich sogar beim Bau von Fahrzeugen.

 

  • 08.01.2013, 15:57 Uhrtraeumer

    @anonym: als ob sich irgendjemand von D was vorschrieben lassen würde! Sie träumen!

  • 08.01.2013, 14:29 UhrAnonym

    @ Indigo
    Genauso isses
    Das sclimmste an Europa sind die Deutschen
    anderen Ländern sparen vorschreiben wenn slles in den Ländern kaputt gespart ist groß auftreten

  • 08.01.2013, 14:16 Uhr@APO-Mann

    Wenn man ihre Zahlen mit den Ausführungen von Livia kombiniert, dann bedeutet dies, dass man Peugeot mit dem Know-How von Opel retten will.
    Jeder, der Peugeot fahren musste (wurde in Form von Betriebswagens damit beglückt), weiss, dass die Dinger technisch nicht ausgereift sind und an Kolbenfresseritis leiden. Ausserdem macht man sich den Rücken kaputt, wenn man viel fahren muss.

    Finanziert wird das dann u.a. mit EU Subventionen für Innovation und schon sind ein paar Arbeitsplätze in Frankreich gerettet.
    D regt sich ja sowieso nicht auf, wenn ein paar 1000 auf der Strasse stehen. Das gehört zur Abhärtung, die Schäuble ja so wichtig findet, und ist somit vertretbar.
    Aber wer kann es Hollande et al verdenken. Irgendetwas muss man ja tun.

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