Frankreich
PSA Peugeot Citroen entlässt Konzernchef Streiff

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Vorstandschef Christian Streiff. Das teilte am Sonntagabend der Aufsichtsrat des Unternehmens in Paris mit. Neuer Leiter des Konzern soll zum 1. Juni Philippe Varin werden.

HB/ali PARIS. Grund für die Trennung von Streiff seien die außergewöhnlichen Schwierigkeiten, in denen die Automobilindustrie stecke, ließ Aufsichtsratschef Thierry Peugeot mitteilen. Die Situation dränge eine Veränderung an der Konzernspitze auf.

Streiffs Nachfolger Varin (56) arbeitete zuletzt für das britisch-niederländische Stahlunternehmen Corus, das zum indischen Konzern Tata Steel gehört. Bis Varin antritt soll PSA-Vorstandsmitglied Roland Vardanega den Autokonzern leiten.

PSA Peugeot Citroën hatte erst Mitte Februar angekündigt, mit neuem Personalabbau von bis zu 12 000 Mitarbeitern sowie der Kürzung der Produktion um maximal 30 Prozent die Absatzkrise überstehen zu wollen. Dennoch werde das Unternehmen auch 2009 rote Zahlen schreiben, hatte Konzern-Chef Streiff bei der Vorstellung der Jahresergebnisse erklärt. Die neue Priorität laute, die Barmittel zu schonen. Analysten hatten zueletzt mit Sorge auf die Liquiditätslage des Unternehmens geblickt. Peugeot hatte im vergangenen Jahr einen Cash-Abfluss von knapp 3,8 Mrd. Euro.

Erst für das Jahr 2010 rechnet das Management wieder mit einem positiven Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit). Zur Erinnerung: 2010 wollte Streiff ursprünglich eine Ebit-Marge von sechs Prozent vom Umsatz erreicht haben. 2008 schloss Europas zweitgrößter Autokonzern mit einem Netto-Verlust von 343 Mio. Euro ab.

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Für das Jahr 2009 bezifferte Finanzchefin Isabel Marey-Semper bei der Jahrespressekonferenz vor sechs Wochen den Finanzbedarf des Konzerns mit vier Milliarden Euro. 450 Mio. Euro muss der Konzern aufbringen, um seine leidenden Autozuliefer-Tochter Faurecia zu stützen; diese braucht eine Eigenkapitalspritze, um ein Restrukturierungsprogramm zu finanzieren.

Drei Milliarden Euro des Liquiditätsbedarfs bekommt PSA Peugeot Citroën vom Staat als Kredit mit einer Lauftzeit von fünf Jahren. Für die Staatshilfen musste sich der Konzern aber verpflichten, keine Entlassungen im Jahr 2009 in Frankreich auszusprechen, auch Werke darf er während der fünfjährigen Kreditlaufzeit im Heimatmarkt nicht schließen.

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