Frankreich
Rüstungssparte stützt Thales

Der französche Rüstungs- und Elektronikkonzern bleibt trotz der Krise optimistisch für die Zukunft. Seinen Optimismus zieht Konzern-Chef Denis Ranque aus zahlreichen neuen Rüstungsaufträgen. Thales ist etwa am Bau der beiden neuen britischen Flugzeugträger beteiligt.

PARIS. Der französische Rüstungs- und Elektronik-Konzern Thales sieht sich bisher von der Krise weitgehend unberührt: "Das Jahr 2008 endet in einem schwierigen Kontext, doch Thales hat sein Umsatzziel übertroffen", sagte Konzern-Chef Denis Ranque gestern in Paris. Er sei zudem optimistisch, auch das Margenziel zu erreichen. Thales strebt für 2008 ein Umsatzplus von sechs Prozent sowie eine Ebit-Marge von 6,75 Prozent an.

Seinen Optimismus zieht Ranque aus zahlreichen neuen Rüstungsaufträgen. So ist der Konzern am Bau der beiden neuen britischen Flugzeugträger beteiligt, ein Auftrag im Wert von 600 Mio. Euro. Gerade in der Krise zögen Regierungen Rüstungsausgaben vor, um die Wirtschaft anzukurbeln. "Bei Anzeichen für ein Anziehen der Konjunktur drohen die Rüstungsausgaben aber wieder zusammengestrichen zu werden", sagte Ranque. Diese absehbare Dürrephase wolle Thales überstehen, indem der Konzern jetzt seine Auftragsbücher vollpacke.

Thales ist auch Zulieferer für den Militärairbus A400M, dem drei Jahre Verspätung drohen. Thales liefert die Flugsteuerung und hat damit massive Probleme. Daher buchte der Konzern im vergangenen Jahr Rückstellungen von 80 Mio. Euro für die A400M und musste sein Margenziel von 7,25 auf 6,75 Prozent nach unten korrigieren. Im Zuge dessen entzog Ranque dem Thales-Manager Francois Quentin die Verantwortung für die Aeronautik-Sparte. Auch Thales hofft, dass Airbus in Verhandlungen mit den staatlichen Kunden die gewünschten Anforderungen an der Flugzeug herunter verhandeln kann.

Laut Presseberichten wackelt aber auch Ranques Stuhl. Hintergrund sind Änderungen im Aktionärskreis: Alcatel-Lucent verkauft derzeit seinen 20,8 Prozent-Anteil an Dassault Aviation. Der Deal soll im Frühjahr abgeschlossen sein, dann hält Dassault über 25 Prozent an Thales, die Kontrolle übt indes der Staat aus. Laut Presseberichten drängt Dassault auf eine Ablösung Ranques, da dieser sich gegen den Verkauf der Alcatel-Anteile an Dassault gestellt habe.

Ranque erklärte dazu: "Ich habe mich nicht gegen den Verkauf gestellt, ich habe lediglich versucht, meinem Aktionär Alternativen aufzuzeigen, wie einen Börsenverkauf." Er wolle nun mit allen Aktionären zusammenarbeiten und betonte, dass auch Dassault sich zur Strategie von Thales bekannt habe. Ranques Vertrag läuft noch bis Mitte des Jahres 2010. Dassault wollte auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%