Frankreich will Nahrungsmittelkonzern vor feindlicher Übernahme durch Pepsico schützen
Paris zieht Maginot-Linie um Danone

Die französische Regierung will „mit allen Mitteln“ eine feindliche Übernahme des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone verhindern. Das Unternehmen sei mehr als ein „nationales Prunkstück“, sagte der französische Arbeitsminister Jean-Louis Borloo gestern dem Sender Europe 1.

HB/ire/fs DÜSSELDORF. Der Politiker reagierte damit auf die anhaltenden Spekulationen, der US-Konzern Pepsico greife nach Danone. Die mögliche Übernahme hat in der französischen Öffentlichkeit eine Welle der Empörung ausgelöst. In seltener Eintracht haben bereits Sozialisten, Gewerkschaftsführer und auch konservative Politiker einen möglichen Verkauf von Danone an einen ausländischen Interessenten verurteilt. Heutzutage reichten offenbar schon Gerüchte aus, um den nationalen Widerstand zu mobilisieren, kommentierte gestern die französische Wirtschaftszeitung „La Tribune“ fassungslos den öffentlichen Aufruhr.

Dass Pepsico bereits einen meldepflichtigen Anteil an dem französischen Konzern hält, hatte Danone dementiert. Der französische Lebensmittelkonzern Danone hat nach eigenen Angaben überhaupt keine Hinweise auf einen feindlichen Übernahmeversuch. „Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich keinerlei Signal erhalten“, sagte Danone-Chef Franck Riboud in einem Interview der Zeitung „Les Echos“ vom Donnerstag. Er nehme die Spekulationen über eine Übernahme aber ernst.

Latrinenparolen über einen Verkauf von Danone kursierten in Paris bisher im Drei-Monats-Rhythmus, deshalb hatten viele Analysten den erneut aufgeflammten Gerüchten über das angebliche Interesse von Pepsico kaum Bedeutung beigemessen. Zeitungsberichten zufolge soll Pepsico aber bereits Morgan Stanley und UBS als Berater für eine mögliche Übernahme engagiert haben. „Es ist aber längst nicht so konkret, wie es erscheint“, sagte ein Informant aus dem Umfeld der genannten Berater. Danone sei lediglich als eine von mehreren Möglichkeiten für Pepsi im Gespräch.

Danone gehört mit Marken wie Evian und Actimel zu den weltweit rentabelsten Nahrungsmittelherstellern. Das zeigen auch die Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen am Donnerstagmorgen vorgelegt hat. Der operative Gewinn ist von 800 Millionen Euro im Vorjahrszeitraum auf 857 Millionen Euro gestiegen. Das lag im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Reingewinn sank hingegen von 636 auf 445 Millionen Euro. Der Umsatz stieg von 6,26 auf 6,44 Milliarden Euro.

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