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Frankreichs Atomkonzern: Areva ergattert Milliardenauftrag in Indien

Der Staatsbesuch von Nicolas Sarkozy in Indien war nicht umsonst: Der französische Nuklearkonzern Areva soll nun zwei Atomkraftwerke in dem Land bauen - und darf auf weitere lukrative Geschäfte hoffen. Indien wiederum kann von modernster Nukleartechnik profitieren.

Indiens Premier Mammohan Singh mit Nicolas Sarkozy: Der Staatsbesuch zahlte sich aus. Quelle: DAPD
Indiens Premier Mammohan Singh mit Nicolas Sarkozy: Der Staatsbesuch zahlte sich aus. Quelle: DAPD

NEU-DELHI/PARIS. Mit sieben Ministern und fast 70 Firmenchefs im Gefolge reiste Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach Indien - der Einsatz hat sich gelohnt. In Neu-Delhi unterzeichneten der französische Nuklearkonzern Areva und der staatliche indische Kraftwerksbetreiber Nuklear Power Corp. of India (NPCIL) gestern einen Vorvertrag über den Bau zweier Atomkraftwerke der neuesten Generation.

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Der Wert des Auftrags wird auf mindestens sieben Milliarden Euro geschätzt. Er beinhaltet auch die Lieferung des benötigten Urans für die beiden Reaktoren. Endgültig besiegelt werde das Geschäft in den nächsten sechs Monaten, sagte ein französischer Regierungsvertreter. Der Bau soll 2011 beginnen, 2018 würden die 1650-Megawatt-Reaktoren in Betrieb gehen, sagte Areva-Chefin Anne Lauvergeon. Sie sprach von einem "historischen Abkommen". Der Konzern rechnet zudem mit Folgeaufträgen für vier weitere Reaktoren.

Indien ist das vierte Land nach Frankreich, Finnland und China, dass auf die Europäische Druckwasserreaktor-Technik (EPR) Arevas setzt. Der Aktienkurs des Atomtechnikanbieters stieg daraufhin zeitweilig um fast drei Prozent.

Eintrittskarte in einen riesigen Markt

Für den Konzern ist es die zweite gute Nachricht binnen zwei Tagen. Am Sonntag hatte Frankreichs Industrieminister Eric Besson angekündigt, dass die erste Stufe der lange geplanten Kapitalerhöhung unmittelbar bevorstehe. Der französische Staat, der 93 Prozent der Anteile an Areva hält, werde sich daran ebenso beteiligen wie der Staatsfonds Kuwaits. Dadurch würde der Konzern dringend benötigte Mittel für seine Expansion erhalten.

Im Wettlauf um Milliardenaufträge aus Indiens zivilem Atomprogramm eilt Areva der internationalen Konkurrenz bereits voraus. Denn Sarkozy ist nicht der Einzige, der um das energiehungrige Land mit seinen 1,1 Milliarden Einwohnern wirbt: Die US-amerikanische und die russische Nuklearindustrie hoffen ebenfalls auf Milliardenaufträge aus Indien. Asiens drittgrößte Volkswirtschaft will bis 2030 mehr als 100 Milliarden Euro investieren, um die Kapazität seiner Kernkraftwerke von aktuell 4,1 Gigawatt auf 60 Gigawatt zu steigern.

Areva ist damit voraussichtlich der erste ausländische Kraftwerksbauer, der Indien nach dem Ende des jahrzehntelangen Nuklearembargos ein Atomkraftwerk liefern wird. Besonders für die USA ist das ärgerlich: Ex-Präsident George W. Bush hatte das Land mit einem umstrittenen Nuklearabkommen 2008 überhaupt erst aus der Isolation befreit. Doch Nachfolger Barack Obama konnte bei seinem Besuch vor einem Monat in Neu-Delhi nicht die Dividende einstreichen. Die US-Kraftwerksbauer General Electric und Westinghouse sind wegen eines ungelösten Haftungsstreits mit Indien noch immer weit von den erhofften Aufträgen entfernt.

Areva dagegen scheint in Kauf zu nehmen, dass der Kraftwerksbetreiber NPCIL im Falle eines Reaktorunglücks seinen französischen Lieferanten in Regress nehmen kann. Die Haftungsfrage sehe sie nicht als ein Hindernis, sagte Areva-Chefin Lauvergeon. Allerdings müssten "einige Punkte" noch geklärt werden. Anfang 2009 hatten Areva und NPCIL bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Indien sichert sich mit dem Abkommen modernste Nukleartechnik. Areva wird den gemeinsam mit Siemens entwickelten EPR liefern, der erstmals zurzeit in Finnland gebaut wird. Siemens wird allerdings von dem Großauftrag nichts mehr haben. Der Münchner Konzern hatte vor zwei Jahren den Rückzug aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Areva verkündet. Seither tobt ein erbitterter Streit zwischen den ehemaligen Partnern über den Wert von Siemens? 34-Prozent-Anteil.

  • 08.12.2010, 09:47 UhrAnonymer Benutzer: Indogermantrade

    Sarkozy ist mehr mals nach indien gereist. Politische Ebene haben Frankreich mehr verstanden, wie mit andere Länder Zusammen arbeitet. Frau Merkel ist nur ein mal nach indien gereist. Wenn wir Visum für Familienangehörigen mit hindernissen erteilen, werden kaum gute iT Experten, ausländische Firmen nach Deutschland kommen. Deutsche behörden erwarten, dass jeder Deutsch verteht, wenn nach Deutschland kommt. Deutsche Gastarbeiter vertehen kaum vom Arbeitkultur indien und Landessprache (ohne Englisch) Markt indien erobern wollen. Wenn Politiker sagen "Statt inder Kinder" und 8 inder in Mügeln verprügelt worden sind.Sollten wir wirklich was für Exportweltmeister Deutschland Konstrucktiv tun, die sowie so ohne Ausländer und ohne Frauen in Top Managment alles erreichen wollen. "Kein Kultur kann überleben, wenn es versucht Exklusive zu sein" Globalisierung und industrie und Mentalität des Landes sind zwei Paar Schuhe.

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