Frankreichs Finanzminister fordert Hilfe bei Alstom-Rettung
Nuklearholding Areva soll künftig TGV-Schnellzüge bauen

Vor acht Monaten konnte sich Anne Lauvergeon noch ihrem Aktionär Nummer eins, dem französischen Staat, widersetzen: Bei der Rettung des Mischkonzerns Alstom musste die von ihr geführte Nuklearholding Areva damals nicht mitmachen. Doch die Kredite in Höhe von 3,2 Mrd. Euro vom September 2003 halfen Alstom nicht lange – der Konzern braucht schon wieder dringend frisches Geld.

cn/sce PARIS/BRÜSSEL. Und diesmal drängt Frankreichs Finanzminister Nicolas Sarkozy Lauvergeon zur Mithilfe: Wahrscheinlich ist, dass Areva künftig neben Kernkraftwerken auch Schnellzüge bauen muss. Ein direkter Einstieg von Areva, wie ihn die Alstom-Gläubigerbanken fordern, stößt allerdings auf „große Skepsis“ bei EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Er sagte Sarkozy bei einem Gespräch in Brüssel, er fürchte, Alstom erhält auf diesem Wege verdeckte Staatsbeilhilfen.

Sarkozy setzt nun auf einen Kompromiss: Um den prestigeträchtigen TGV-Schnellzug in Frankreich zu halten, soll die Verkehrstechnik von Alstom – Wert etwa 1,7 Mrd. Euro – Areva angedient werden. Das Turbinengeschäft ginge an Siemens, die Werften würden mit der staatlichen Militärwerft DCN verschmolzen.

Für Areva-Chefin Lauvergeon wäre das das kleinere Übel. Auch wenn die Verkehrssparte von Alstom für Areva den Einstieg in eine neue Branche bedeutet: Immerhin ist sie profitabel. Und mit einer Übernahme des Energietechnikgeschäfts, das näher am Kerngeschäft liegt, würde Areva zu einem direkten Konkurrenten von Siemens – das würde die Partnerschaft der beiden Konzerne schwer belasten. Sie haben 2001 ihr Kernkraftgeschäft in das Joint Venture Framatome Advanced Nuclear Power eingebracht, an dem Areva 66 % hält. Kürzlich erhielt das Konsortium von Finnland den ersten Auftrag für den Neubau eines Kernkraftwerks in Europa seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986.

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Nuklearholding Areva soll künftig TGV-Schnellzüge bauen

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