Franz Humer
Roche-Präsident kündigt Rücktritt an

Der Verwaltungsratspräsident Franz Humer hat seinen Rücktritt angekündigt. Er möchte bis 2014 seinen Posten räumen. In Zukunft soll es kein Doppelmandat mehr geben. Der jetzige Roche-Chef fällt damit als Nachfolger weg.
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BaselNach 16 Jahren an der Spitze des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat Verwaltungsratspräsident Franz Humer seinen Rücktritt für 2014 angekündigt. Er werde auf der Generalversammlung des nächsten Jahres für eine Wiederwahl nicht mehr zu Verfügung stehen, sagte der 66-jährige Manager am Dienstag auf der Aktionärsversammlung in Basel.

Einen Nachfolger für Humer will Roche im Herbst benennen. Beschlossen ist bereits, dass der Verwaltungsrat von einem nicht-exekutiv tätigen Präsidenten geführt werden soll. Das bedeutet, dass Konzernchef Severin Schwan nicht zugleich Präsident wird. Humer selbst war von 2001 bis 2008 sowohl Präsident als auch Konzernchef gewesen. Solche Doppelmandate stoßen in der Schweiz aber zunehmend auf Kritik.

Ende Januar war der Präsident des Lokalrivalen Novartis, Daniel Vasella, zurückgetreten. Der knapp 60-jährige Vasella sollte zunächst eine Abgangsentschädigung von 72 Millionen Franken erhalten. Nach einem öffentlichen Aufschrei wurde der Vertrag wieder aufgehoben.

Der aus Österreich stammende Jurist Humer hatte 1995 vom britischen Pharmakonzern Glaxo in die Schweiz gewechselt. Er trat in den Roche Verwaltungsrat ein und übernahm zugleich die Leitung der größten Division Pharma. 1996 wurde er zum Chief Operating Officer und 1998 zum Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Er richtete das Geschäft auf Krebsmedikamente aus und fädelte die Übernahme der US-Biotechnologie-Firma Genentech ein. Medikamente wie Avastin und MabThera, die aus der Genentech-Labors kommen, sind heute die wichtigsten Umsatzträger. Nach dem siebenjährigen Doppelmandat zog sich Humer 2008 auf das Amt des Präsidenten zurück. Im Tagesgeschäft übernahm Severin Schwan das Steuer.

Auf die Strategie des Roche-Konzerns dürfte Humers Rücktritt kaum Einfluss haben, sagte Kepler-Analyst Martin Vögeli. Schwan verfolge die gleichen Ideen und Strategien wie Humer. „Ich sehe kaum Änderungen“, so der Experte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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