Franz Koch
„Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich zusammen“

Franz Koch schaut der Fußball-EM erwartungsvoll zu. Je weiter Italien kommt, desto mehr Fanartikel verkauft der Puma-Chef. Koch über den Wettskandal bei seinem Partner und die Steigerung des Teamsport-Geschäfts.
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Handelsblatt: Herr Koch, Puma ist bei der EM Ausrüster der italienischen Fußball-Nationalmannschaft. Die italienische Liga sorgt allerdings seit Wochen für Schlagzeilen wegen eines Wettskandals. Einige Stars wurden sogar verhaftet. Was heißt das für Sie?

Franz Koch: Die Entwicklung in der "Seria A" ist natürlich bedauerlich. Aber die Vorwürfe betreffen derzeit lediglich einzelne Spieler und nicht den italienischen Fußballverband FIGC. Der Verband arbeitet mit Nachdruck daran, alle Vorwürfe aufzuklären, und hat dabei unsere volle Unterstützung.

Ist so ein Skandal nicht gefährlich für das Image von Puma?

Nein, denn es geht um mögliche Verfehlungen einzelner Spieler in der Liga und nicht um die Nationalmannschaft. Aber ein gewisses Risiko besteht für uns als Ausrüster beim Sport-Marketing natürlich immer.

Spielen Sie Szenarien durch, aus dem Vertrag mit den Italienern auszusteigen?

Nein, davon sind wir weit entfernt. Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr erfolgreich und vertrauensvoll mit dem Verband zusammen.

Wie wirkt sich der Skandal bislang auf Ihr Geschäft aus? Sie verkaufen ja die Trikots der Italiener.

Auf unser derzeitiges Fußballgeschäft, das ja bereits weit vor einer EM beginnt, hat es bislang keine Auswirkungen gehabt. Die Nachorder wird natürlich auch etwas vom sportlichen Erfolg unserer Spieler und Teams während des Turniers beeinflusst. Je weiter die Italiener kommen, desto mehr Fanartikel verkaufen wir.

Glauben Sie das wirklich? Der Ruf der Mannschaft ist ramponiert.

Nun mal langsam. Italien ist als viermaliger Weltmeister einer der erfolgreichsten Fußballverbände der Welt und hat viele herausragende Spielerpersönlichkeiten hervorgebracht. Daran werden auch die derzeitigen Vorwürfe nichts ändern. In der deutschen Fußball-Bundesliga gab es ja in der Vergangenheit leider auch schon Fehltritte. Hat es dem Ruf der DFB-Elf geschadet? Ich glaube nicht. Wenn heute Abend die EM angepfiffen wird, dann steht wieder der Sport im Vordergrund und dann wird auch die "Squadra Azzurra" auf dem Spielfeld zeigen, was sie kann.

Sie rüsten zur EM nur zwei Teams aus, Italien und Tschechien.

Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass sich weitere Puma-Mannschaften für die EM qualifizieren. Bei der WM 2006 waren wir mit insgesamt zwölf Teams führender Ausrüster, bei dieser EM haben wir nun zwei Teams im Rennen. So ist es im Sport, mal sind mehr Partner von uns dabei, mal weniger.

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„Wir hatten mit den Herausforderungen in Europa zu kämpfen“

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