Der französische Stromkonzern EDF steht offenbar kurz vor dem lang ersehnten Eintritt in den spanischen Energiemarkt. Für den Einstieg in den lukrativen Markt des Nachbarlandes will der Stromkonzern nun offenbar einen Umweg einschlagen – und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
PARIS. EDF
will seinem Verbündeten, dem spanischen Baukonzern ACS,
eine 45-prozentige Beteiligung am Versorger Union Fenosa
abkaufen, berichteten das "Wall Street Journal" und "Les Echos" übereinstimmend. Anschließend will der französische Versorger ein Übernahmegebot für die restlichen Aktien abgeben. EDF
wollte die Berichte nicht kommentieren.
EDF
Der Verkauf der Union-Fenosa-Anteile
bringt ACS
die Mittel, selbst die Übernahme von Iberdrola
zu wagen. Das Kalkül: Diese Operation wäre eine rein spanische und würde damit politisch auf weniger Widerstand stoßen. Abschließend, so der Plan, verkauft ACS
die britische Iberdrola
-Tochter Scottish Power an EDF,
um die Iberdrola
-Übernahme
weiter zu refinanzieren.
Mit dieser Variante gelänge EDF
nicht nur der lang ersehnte Einstieg in den spanischen Energiemarkt; mit Scottish Power könnte EDF
zudem die Stellung auf dem britischen Strommarkt stärken. Der Moment dazu erscheint günstig, denn die britische Regierung erwägt, den Bau neuer Atomkraftwerke zu genehmigen.
Die Experten des Brokers CM-CIC
Securities halten die Berichte für "vollkommen fundiert". Die Analysten von Cheuvreux sprechen dem Szenario zu, weniger komplex zu sein als die zunächst geplante Übernahme von Iberdrola
durch ACS
und EDF.![]()
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