Französische Energiefusion
Brüssel erwartet Zugeständnisse

Die politisch umstrittene Fusion des staatlichen französischen Energieversorgers Gaz de France (GDF) mit dem privaten Wasser- und Energiekonzern Suez dürfte in Brüssel nicht ohne erhebliche Zugeständnisse der Unternehmen gebilligt werden.

dpa-afx BRÜSSEL. Im Rahmen ihrer strengen Wettbewerbsuntersuchung übermittelten die EU-Wettbewerbshüter GDF und Suez ihre Einwände. Diese sind im Kern seit Beginn der Untersuchung Mitte Juni unverändert geblieben: Mögliche Marktbeherrschung beim Strom und Gas in Belgien und bei Gas in Frankreich.

Die EU-Kommission bestätigte am Samstag, sie habe die so genannten Beschwerdepunkte verschickt. Die EU-Wettbewerbshüter müssen nach einer selbst gesetzten Frist bis zum 25. Oktober entscheiden, ob sie die vom französischen Staat eingefädelte Fusion billigen oder blockieren. Der Ball liegt nun im Feld der Konzerne: Sie müssen der Kommission Konzessionen anbieten, um grünes Licht zu erhalten. Brüssel will darüber wachen, dass nicht die Verbraucher in Frankreich und Belgien die Zeche für die Fusion zahlen.

Breton Gelassen

Paris hatten die Fusion zwischen GDF und Suez im Eilverfahren in die Wege geleitet, um ein mögliches Gebot des italienischen Enel-Konzerns für Suez zu durchkreuzen. Italien hatte die Fusion deshalb mehrfach auf in Brüssel kritisiert, da sie den Regeln des gemeinsamen Binnenmarktes widerspreche.

Der französische Wirtschaft- und Finanzminister Thierry Breton hatte schon vor der Versendung der Brüsseler Einwände erklärt, diese beunruhigten ihn nicht. Er habe Vertrauen in die Arbeit der Kommission. Das französische Parlament will nach früheren Angaben vom 7. September an über die Fusion debattieren, die zu schwerem Streit in der Regierungspartei UMP geführt hatte.

Mit der Fusion würden die beiden wichtigsten Gas- und Stromversorger in Belgien zusammenkommen. Das Thema ist deshalb in Belgien Chefsache von Premierminister Guy Verhofstadt. In Frankreich sollen zwei der drei wichtigsten Gasversorger des Landes zusammengehen. Die Kommission befürchtet zudem eine beherrschende Stellung des neues Verbundes bei Gasimporten nach Belgien und Frankreich.

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