Französische Regierung
Entscheidung zu Alstom steht „unmittelbar bevor“

Nur wenige Stunden nachdem er das Angebot für Alstom aufgebessert hat, soll Siemens-Chef Kaeser ein weiteres Mal mit Präsident Hollande zusammentreffen. Rivale GE reagiert kurz und bündig auf die verbesserte Offerte.
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MünchenIm Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom kämpfen die Kontrahenten bis zur letzten Minute. Siemens und der japanische Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) besserten am Freitag ihre Offerte auf. Am Vortag hatte bereits der US-Rivale General Electric (GE) nachgelegt. Am Nachmittag warben die Parteien beim französischen Präsidenten François Hollande für ihre Angebote. Die Regierung in Paris hatte sich noch vor der heißen Phase des Bietergefechts ein Vetorecht bei Übernahmen gesichert.

Sowohl Siemens-Chef Joe Kaeser als auch GE-Chef Jeff Immelt strahlten optimistisch in die Kameras der wartenden Fotografen, als sie den Élyséepalast betraten. Am frühen Abend wollte Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg eine Pressekonferenz zur aktuellen Einschätzung der Regierung geben.

Und nun steht im monatelangen Kampf um die Industrie-Ikone nach Angaben der französischen Regierung eine Entscheidung unmittelbar bevor. Finanzminister Michel Sapin erklärte am Freitag, er rechne mit einer Lösung für die Zukunft von Alstom „in den kommenden Stunden“.

Das deutsch-japanische Bündnis hatte zuvor mitgeteilt, dass sich der Bar-Anteil seiner Offerte im Ergebnis um 1,2 Milliarden auf 8,2 Milliarden Euro erhöht. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steige um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro.

GE bewertet Alstoms Energiegeschäft weiterhin mit 12,35 Milliarden Euro, wollte den Vorstoß der Konkurrenz am Freitag aber nicht auf sich sitzen lassen. GEs Bar-Anteil sei weiterhin höher, teilte der US-Konzern mit, ohne allerdings eine konkrete Zahl herauszugeben. Ein Vergleich der beiden Offerten ist wegen der unterschiedlichen Ausgestaltung der Angebote grundsätzlich schwierig.

Die erhöhte Offerte des deutsch-japanischen Konsortiums erreichte den Markt nur Stunden vor dem Treffen Immelts mit Hollande. GE hatte bereits seinerseits die Offerte für Alstom nachgebessert. Für den US-Konzern wäre es die bislang größte Übernahme. Siemens will verhindern, dass sein größter Konkurrent seine Stellung auf dem europäischen Markt ausbaut.

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Entscheidung zu Alstom steht „unmittelbar bevor“

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Siemens schreibt nochmals an Alstom-Führung

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  • Siemens kann aufatmen. Muss das marode Alstom nicht übernehmen. Hollande macht es selbst. HIHI

  • Ja man könnte auch eine Konkurenz schaffen.
    Aber da sie leider keine Ahnung davon haben werden sie
    nicht wissen das dies deutlich teurer, länger und risiko-
    reicher werden würde.

    Es ist eben besser ein schon funktionierendes
    Unternehmen zukaufen. Bzw. wie es in diesem Fall
    vermutlich passieren wird das man es zerschlägt.
    Genau das Gleiche wird man übrings auch mit der 2.
    grössten Bank der BRD (CommerzBank) machen in Zukunft.

    Eine weitere Option ist das Gesundschrumpfen.

    Achso und die Verschuldung von Frankreich und Deutschland
    ist ungefähr auf dem gleichen Niveau.

  • Alstom teilweise, oder besser ausgedrückt: nur Bruchstücke übernommen, den Franzosen weitreichende Mitsprachrechte eingeräumt, Arbeitsplätze für Franzosen geschaffen, dafür in Deutschland abgebaut und das verkaufen sie uns dann als erfolgreiche Akquisition.

    "Wir sind sehr erfreut, denn mit der gelungenen Übernahme von Alstom haben wir einen Mehrwert für unser Unternehmen geschaffen, dank ausgezeichneter Synergieeffekte und überragender Zukunftsperspektiven.
    Ebenso sind wir stolz darauf, 1000 neue Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region ermöglicht zu haben.

    Wir beweisen damit unser Vertrauen in die französische Wirtschaft und unsere französischen Freunde.
    Siemens, als modernes und global denkendes Unternehmen ist mit beispielhaften Handeln vorangegangen und zeigt damit erneut, wie wichtig und positiv europäische Integration und Harmonisierung ist.

    Meine Damen und Herren Pressevertreter, ich danke Ihnen."

    Jo Mann, geh scheißen - denkt sich Harry Hirsch.

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