Französischen Industriekonzern
Alstom verwandelt Niederlage in einen Glücksfall

Beim französischen Industriekonzern Alstom haben Sonderbelastungen den Gewinn im Geschäftsjahr 2010/2011 mehr als halbiert. Der Umsatz stieg dagegen in dem Jahr bis Ende März um sechs Prozent auf 20,92 Milliarden Euro.
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ParisFür den französischen Industriekonzern Alstom wandelt sich eine Niederlage in einen Glücksfall. Jahrelang warb Konzern-Chef Patrick Kron darum, Frankreichs Nuklear-Holding Areva übernehmen zu dürfen - vergebens. Dank dieses Flops kann Kron nun entspannt bleiben beim Blick auf die möglichen Folgen des Fukushima-Desasters für das eigene Geschäft.

„Aktivitäten im Zusammenhang mit Kernkraftwerken machen nur vier Prozent unseres Umsatzes aus, davon stammt die Hälfte aus dem Wartungsgeschäft, wo ich keinerlei Einfluss erwarte“, sagte Kron bei der Vorstellung der Jahresergebnisse.

Auch Kron glaubt, dass weltweit nach dem japanischen Atomdesaster der Bau neuer Kernkraftwerke „verzögert oder ganz eingestellt wird.“ Doch Alstom liefert Atommeilern primär die Turbine, also die konventionelle Technik. Und die lässt sich auch bei Gas- oder Kohlekraftwerken einsetzen.

Kron blickt nach einem durchwachsenen Jahr 2010/2011 verhalten optimistisch in das neue Geschäftsjahr. In Sachen Ordereingang „haben wir die Flaute-Phase hinter uns gelassen. Ich rechne mit einem Anstieg beim Ordereingang“, erklärte Kron. Im vergangenen Geschäftsjahr stiegen die Bestellungen um 28 Prozent auf 19 Milliarden Euro an; vor allem im zweiten Halbjahr belebte sich das Geschäft. Alstom ist in drei Geschäftsfeldern aktiv: Power (Turbinen, Services, Kraftwerksbau), Transport (Schnellzüge, Straßen- U-Bahnen) und Hochspannungsleitungen.

Auf einen bezifferten Ausblick will sich Kron aber nicht festnageln lassen. Er stellt lediglich eine operative Marge von sieben bis acht Prozent in Aussicht. Im abgelaufenen Jahr erreicht der Wert 7,5 Prozent und traf damit die Analystenerwartungen. Wettbewerber Siemens traut sich dagegen, die Gewinnprognose zu erhöhen.

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