Industrie
Franzosen fürchten Aus für Militär-Airbus

Der französische Senat warnt eindringlich vor einem Aus für den Militärairbus A400M. Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands müssten das gemeinsame Projekt zur Chefsache machen. Die Aufgabe des Programms wäre sowohl militärisch als auch industriell eine Katastrophe, warnt der Finanzausschuss.

PARIS. Der französische Senat warnt eindringlich vor einem Aus für den Militärairbus A400M. Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands müssten das gemeinsame Projekt zur Chefsache machen, forderte gestern Senator Jean Arthuis, Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats. "Nicolas Sarkozy und Angela Merkel müssen sich einigen. Militärische, politische und wirtschaftliche Interessen stehen auf dem Spiel", ergänzte er. Die Aufgabe des Programms wäre sowohl militärisch als auch industriell eine Katastrophe, warnte der Ausschuss und regte an, die Anforderungen an das Flugzeug abzuspecken. So soll eine schnellere Auslieferung gewährleistet werden.

EADS will in den kommenden Wochen mit den A400M-Kunden, also den Regierungen, verhandeln. Ziel ist es, die Details zum Liefervertrag zu revidieren. Der Konzern will nicht allein die Kosten für die Verspätung tragen. Ferner will EADS das Anforderungsprofil für eine erste Tranche an Flugzeugen senken. Die Bundesregierung zeigt sich bisher unnachgiebig und pocht auf die Verträge. Die Briten drohen, ihre Bestellung zu stornieren.

Die sieben Erstkunden, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien, hatten im Mai 2003 insgesamt 180 Stück des neuen Militärtransporters bei EADS bestellt. Die Erstauslieferung sollte im Jahr 2009 stattfinden. Doch das Programm hat massive Verspätung, vor allem weil das Motormanagement-System Probleme macht. Gestern bestätigte EADS, dass die Erstauslieferung drei Jahren nach dem Erstflug der A400M stattfinden soll. Im Januar hatte der Konzern erklärt, dass der Erstflug erst im zweiten Halbjahr 2009 stattfinden könne.

Wie teuer die Verspätung von drei Jahren nun für den Konzern wird, darum ranken sich Spekulationen. EADS dementierte gestern einen Bericht des "Le Figaro", demzufolge sich die Zusatzkosten auf fünf Mrd. Euro summieren könnten. Bisher hat der Konzern 1,7 Mrd. Euro für das Programm zurück gestellt.

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