Frau Birkenstock und ihre Firma
Susanne im Wunderland

Mit dem großen Namen ihres Ex-Mannes stieg Susanne Birkenstock ins Schuhgeschäft ein. Nun steht ihre Firma vor dem Aus. Um ihren Aufstieg ranken sich Widersprüche und Ungereimtheiten – Geschäftspartner sprechen von Hochstapelei. Das Handelsblatt deckt auf. Die ganze Geschichte.

DÜSSELDORF. Keiner sollte es merken. Als Susanne Birkenstock die Wolken über ihrer Firma zu dunkel wurden, entschied sie sich vor zwei Monaten zu einer Vorsichtsmaßnahme: Still und leise ließ sich die gefeierte Unternehmerin im Handelsregister des Amtsgerichts Siegburg als Geschäftsführerin der SB International GmbH austragen. Ihren Platz nahm ihr Lebenspartner ein: Dieter Kaltwasser.

Im Fall eines Falles, das hoffte Susanne Birkenstock wohl, würde sich niemand mehr daran erinnern, dass die Buchstaben SB im Firmennamen für Susanne Birkenstock stehen. Und im Fall eines Falles würde es niemanden kümmern, dass wohl fast alles, was in den vergangenen zwei Jahren über ihre Sandalen-Firma gesagt und geschrieben wurde, falsch war.

„Frau Birkenstock wollte ihren Namen nicht veröffentlicht sehen“, bestätigt Christian Frystatzki gegenüber dem Handelsblatt. Den Rechtsanwalt hat das Amtsgericht Bonn zum vorläufigen Insolvenzverwalter der SB International eingesetzt. Trotz der Schieflage des Unternehmens wirkt Frystatzki bestens gelaunt. „Naja, das Schlimme an Insolvenzen ist normalerweise, dass die Mitarbeiter großen Ängsten ausgeliefert sind“, sagt er. „Aber hier gibt es keine Mitarbeiter, und es hat auch nie welche gegeben.“

Das überrascht. Susanne Birkenstock (35) ist nicht irgendeine Unternehmerin. Die geschiedene Frau des Schuherben Christian Birkenstock aus der gleichnamigen Sandalen-Dynastie gilt in der Öffentlichkeit als Lichtgestalt. Jung, hübsch und erfolgreich – so eilt sie seit 2004 von Talkshow zu Talkshow, von Kongress zu Kongress. Das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ nannte Susanne Birkenstock „eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen der Republik“. Eine andere Zeitschrift erklärte sie zu einem der „35 jungen deutschen Überflieger, die eine Superkarriere gemacht haben und schon heute zur Elite des Landes zählen“. Auch das Handelsblatt widmete ihr mehrere Artikel.

Doch nicht nur in den Medien, auch in Wirtschaft und Politik ist Birkenstock gern gesehen. 2005 hielt sie einen Vortrag beim BMW Wirtschaftsforum. Heute sitzt sie an der Seite von Niedersachsens CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff und Gebäudemanagement- und Kulturkaufhaus-Multi Peter Dussmann in der Jury der Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation“.

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