Fred Butler expandiert
Linde geht Deutschen an die Wäsche

Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle schafft mit seinem Steckenpferd einen gewaltigen Satz nach vorn: Nach langem Anlauf gibt die von ihm massiv geförderte Textil-Reinigungskette Fred Butler in Deutschland den Startschuss zur Expansion. 50 Mill. Euro, heißt es im Konzern, sollen dafür investiert werden.

DÜSSELDORF. Die Tochterfirma des Münchener Gaseherstellers nutzt dabei ein amerikanisches Verfahren aus den 90er-Jahren, das verschmutzte Textilien umweltfreundlich mit Kohlendioxid reinigt. "Noch in diesem Jahr sollen die ersten 28 Annahmestellen deutschlandweit an den Start gehen, zwei Drittel davon mit Franchisepartnern", sagte Beiratsmitglied und Ex-Linde-Vorstand Hubertus Krossa.

Der Münchener Dax-Konzern, der mit 55 000 Mitarbeitern in 100 Ländern jährlich rund zwölf Mrd. Euro umsetzt, findet damit zum ersten Mal seit dem Verkauf der Kühlschrank-Sparte 2004 wieder den Weg zum Endverbraucher. Im Vergleich zum Kerngeschäft Gase dürfte Fred Butler jedoch auf absehbare Zeit ein Mauerblümchen bleiben. Fünf Prozent des deutschen Textil-Reinigungsmarktes wolle man bis 2010 erobern, sagte Krossa, mit dann bundesweit 87 Annahmestellen. Damit käme die Franchisekette hierzulande auf gerade einmal 45 Mill. Euro Umsatz. Immerhin: Auch in Schweden, Dänemark und Holland ist das Unternehmen bereits aktiv.

Pilotprojekte hatte es bereits in Frankfurt, München und Nürnberg gegeben. Weil die erstmals von der US-Firma Hangers 1995 getestete Füssiggas-Reinigung zunächst technische Probleme bereitete, ließ sich Linde vom schwedischen Waschmaschinenhersteller Electrolux komplett neue Anlagen fertigen. Mit dem Ergebnis zeigen sich die Münchener nun zufrieden: Da die gereinigten Textilien trocken aus der Waschkammer kommen, entfällt ein zusätzlicher Schleudergang. "Das schont die Fasern", wirbt Krossa.

Die Chancen von Fred Butler kommentieren Branchenexperten jedoch verhalten. "Die Preise bei Fred Butler liegen relativ hoch", sagt Volker Schmid, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Textilreinigungsverbands. "Der Kunde ist hier aber sehr sensibel." Schließlich gebe es als Billigalternative auch die eigene Waschmaschine. Konsequenz: In den letzten 15 Jahren sank die Zahl der Reinigungen um rund die Hälfte auf 6 500.

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