Freizeitartikel
Sportkonzerne spüren die Skepsis

Sportartikel sind gefragt. Dennoch haben die Hersteller mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Der Grund: Rabattaktionen lassen ihre Gewinne schrumpfen. Wie die Unternehmen unter den Bedingungen der Krise kalkulieren.

MÜNCHEN. "Plan for the worst, hope for the best" sei sein Motto für 2009, sagte Puma-Chef Jochen Zeitz dieser Tage. Zu Deutsch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. So wie der Vorstandsvorsitzende des drittgrößten Sportartikelherstellers der Welt halten es viele Manager der Branche in diesen Tagen: Sie stellen sich auf ein schwieriges Geschäft ein, obwohl die Produzenten von Turnschuhen und Trainingsanzügen bislang im Vergleich zu anderen Industrien ohne größere Blessuren durch die Wirtschaftskrise gekommen sind.

Ein Blick auf die Quartalsergebnisse internationaler Sportartikelproduzenten zeigt: Die Kunden halten sich mit Einkäufen nicht zurück, viele Anbieter konnten im Weihnachtsgeschäft sogar den Umsatz steigern. Gleichzeitig schmelzen aber die Erträge wie der Schnee in der Frühlingssonne.

Dass die Gewinne auf breiter Front zurückgehen, hat mehrere Gründe. "Abschreibungen auf Lagerbestände und Sonderpreis-Aktionen haben die Margen gedrückt", schreiben die Analysten von Unicredit in einer Studie zu Puma. Die Sportmarken leiden vor allem unter dem wirtschaftlichen Einbruch in Osteuropa und Asien. In aufstrebenden Ländern wie Russland und China betreiben die Hersteller viele Läden selbst - und erzielten dort bis jetzt die höchsten Margen. Doch inzwischen lahmt die Konjunktur auch in den Schwellenländern und die Käufer sind immer seltener bereit, die hohen Preise für die Markenartikel zu bezahlen. Deshalb ködern die Produzenten die Sportler mit Rabatten. Das geht allerdings auch nur für begrenzte Zeit.

Für das laufende erste Quartal rechnen viele große Anbieter deshalb mit einem verhaltenen Geschäft. So prognostiziert die VF Corporation einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr zwischen fünf und sieben Prozent. Zu dem US-Konzern gehören Marken wie "The North Face", "Eastpak" oder "Jansport". Der US-Outdoor-Spezialist Columbia erwartet für den Jahresbeginn Erlöse, die bis zu zwölf Prozent unter denen von 2008 liegen.

"Die Branche bewegt sich trotzdem noch auf einem hohen Niveau", sagt Strategieberater Franz Schmid-Preissler. Gerade im Outdoor-Bereich habe es in den vergangenen Jahren Zuwächse von jährlich zehn bis 15 Prozent gegeben. Den Rückgang könnten die meisten Hersteller deshalb verkraften.

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