Fremdproduktion
Behörde entlässt Swatch aus ungeliebter Pflicht

Die Schweizer Wettbewerbskommission entbindet Swatch teilweise von der Pflicht, Uhrwerke an Konkurrenten zu liefern. Im Luxus-Segment geht kaum etwa ohne Teile von Swatch – und darunter leidet die eigene Produktion.
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ZürichDer Schweizer Uhrenkonzern Swatch wird die ungeliebte Pflicht zur Lieferung von mechanischen Uhrwerken an Konkurrenten teilweise los. Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) genehmigte im zweiten Anlauf eine Regelung, wonach der Weltmarktführer seine Lieferungen bis 2019 schrittweise auf die Hälfte reduzieren kann. Bei regulierenden Bestandteilen, sogenannten Assortiments, besteht die Lieferpflicht weiter, wie die Weko am Freitag mitteilte. Angesichts der Marktverhältnisse sei es dort für eine Lockerung noch zu früh.

Die Swatch-Tochterfirmen ETA und Nivarox liefern anderen Herstellern bis hin zu Konzernen wie Richemont und LVMH bis zu 90 Prozent der für teure Zeitmesser benötigten Schlüsselteile. Nur wenige Uhrenhersteller kommen ohne Teile von Swatch aus. Das gilt vor allem auch für kleine Hersteller, die sich keine eigene Fertigung leisten können. Für diese Firmen soll eine Härtefallregelung gelten.

Swatch will aus den Lieferverpflichtungen heraus, weil der Konzern in seinen Werken in Boomzeiten kaum genug Uhrwerke und Schlüsselteile für den eigenen Bedarf bei Luxus-Marken wie Breguet und Omega produzieren kann. In schlechten Zeiten bleibt die Firma auf Überkapazitäten sitzen. Swatch-Konzernchef Nick Hayek versucht seit mehr als zwei Jahren, die historisch gewachsenen Lieferpflichten abzuschaffen. Im Juli war eine erste zwischen den WEKO-Sekretariat und dem Konzern ausgehandelte Vereinbarung von der Kommission zurückgewiesen worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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