Fresenius
Dialysekonzern FMC kriegt die Kurve

Der Dialysekonzern FMC kann nach drei Jahren der Talfahrt endlich wieder den Gewinn steigern. Das lag auch am guten Geschäft in Nordamerika. Auch der Mutterkonzern Fresenius spürt Rückenwind.

FrankfurtBeim weltgrößten Dialyseunternehmen Fresenius Medical Care (FMC) geht es nach drei Jahren mit rückläufigen Gewinnen wieder bergauf. Im ersten Quartal stieg der Überschuss dank kräftiger Zuwächse in Nordamerika um neun Prozent auf 228 Millionen Dollar. Um die für 2016 ausgegebenen Ziele zu erreichen, muss sich die Firma in den kommenden Quartalen allerdings noch deutlich steigern, betonten Analysten am Dienstag. Der Mutterkonzern Fresenius eilt derweil weiter von Rekord zu Rekord – vor allem wegen guter Geschäfte mit Nachahmermedikamenten in den USA.

Der Tochter FMC machten Kürzungen im US-Gesundheitssystem in den vergangenen drei Jahren schwer zu schaffen. FMC-Chef Rice Powell hat darauf mit einem Sparprogramm reagiert und zudem das Geschäft rund um die Dialyse kräftig ausgebaut. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle der Gefäßpflege und des Medikamenten-Einsatzes. „Nach dem starken Auftaktquartal sind wir auf dem besten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte der Amerikaner. Der Umsatz soll währungsbereinigt um sieben bis zehn Prozent steigen, der Überschuss um 15 bis 20 Prozent.

Die FMC-Aktie verlor wie der Gesamtmarkt knapp zwei Prozent. Die Analysten der Berenberg Bank sehen für Aktionäre aber trotz des „langsamen Jahresstarts“ keinen Grund zur Sorge. „FMC ist gut gerüstet, seine Jahresziele zu erreichen.“ Das Unternehmen profitiert derzeit von gestiegenen Behandlungszahlen, leicht angehobenen Erstattungssätzen für staatlich krankenversicherte Patienten in den USA und geringeren Kosten.

Billiger geworden ist die Behandlung von Dialyse-Patienten auch dank des neuen Präparats Mircera von Roche. Es löst das teurere Original-Präparat Epogen von Amgen zur Bekämpfung von Blutarmut ab. Bei FMC wurden Ende März bereits rund 120.000 Patienten mit Mircera behandelt - etwas mehr als bisher erwartet.

„Besonders gut hat sich unser Geschäft in Nordamerika entwickelt, während sich in anderen Regionen ungünstige Währungseinflüsse zeigten“, sagte FMC-Chef Powell. In Südamerika und einigen asiatischen Ländern wuchs FMC weniger stark, weil die dortigen Währungen im Vergleich zum Dollar deutlich an Wert verloren. Konzernweit kletterte der FMC-Umsatz um sechs Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.

Der Mutterkonzern Fresenius baute seinen bereinigten Gewinn von Januar bis Ende März um knapp ein Viertel auf 362 Millionen Euro aus. Hauptverantwortlich für den Gewinnsprung war erneut die Tochter Kabi, die auf flüssige Nachahmermedikamente spezialisiert ist. Sie profitiert in den USA von vielen Zulassungen für neue Arzneien und anhaltenden Lieferengpässen der Konkurrenz. Auch die Tochter Helios, der größte private Klinikbetreiber in Deutschland, fuhr mehr Gewinn ein.

Insgesamt schnitt der Konzern, der weltweit mehr als 220.000 Mitarbeiter beschäftigt, etwas besser ab als von Analysten erwartet. Fresenius-Aktien entwickelten sich mit einem Minus von rund einem Prozent besser als der Gesamtmarkt. Während Vorstandschef Ulf Schneider die Ziele für 2016 bekräftigte, sehen die Berenberg-Analysten hier Potenzial nach oben. „Sollte das zweite Quartal so stark verlaufen wie das erste Quartal, ist eine Prognoseanhebung aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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