Fresenius

Dialysekonzern FMC kriegt die Kurve

Der Dialysekonzern FMC kann nach drei Jahren der Talfahrt endlich wieder den Gewinn steigern. Das lag auch am guten Geschäft in Nordamerika. Auch der Mutterkonzern Fresenius spürt Rückenwind.
Update: 03.05.2016 - 14:04 Uhr
Der FMC-Chef bestätigte die Prognose für das Jahr. Quelle: dpa
Rice Powell

Der FMC-Chef bestätigte die Prognose für das Jahr.

(Foto: dpa)

FrankfurtBeim weltgrößten Dialyseunternehmen Fresenius Medical Care (FMC) geht es nach drei Jahren mit rückläufigen Gewinnen wieder bergauf. Im ersten Quartal stieg der Überschuss dank kräftiger Zuwächse in Nordamerika um neun Prozent auf 228 Millionen Dollar. Um die für 2016 ausgegebenen Ziele zu erreichen, muss sich die Firma in den kommenden Quartalen allerdings noch deutlich steigern, betonten Analysten am Dienstag. Der Mutterkonzern Fresenius eilt derweil weiter von Rekord zu Rekord – vor allem wegen guter Geschäfte mit Nachahmermedikamenten in den USA.

Der Tochter FMC machten Kürzungen im US-Gesundheitssystem in den vergangenen drei Jahren schwer zu schaffen. FMC-Chef Rice Powell hat darauf mit einem Sparprogramm reagiert und zudem das Geschäft rund um die Dialyse kräftig ausgebaut. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle der Gefäßpflege und des Medikamenten-Einsatzes. „Nach dem starken Auftaktquartal sind wir auf dem besten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte der Amerikaner. Der Umsatz soll währungsbereinigt um sieben bis zehn Prozent steigen, der Überschuss um 15 bis 20 Prozent.

Die FMC-Aktie verlor wie der Gesamtmarkt knapp zwei Prozent. Die Analysten der Berenberg Bank sehen für Aktionäre aber trotz des „langsamen Jahresstarts“ keinen Grund zur Sorge. „FMC ist gut gerüstet, seine Jahresziele zu erreichen.“ Das Unternehmen profitiert derzeit von gestiegenen Behandlungszahlen, leicht angehobenen Erstattungssätzen für staatlich krankenversicherte Patienten in den USA und geringeren Kosten.

Billiger geworden ist die Behandlung von Dialyse-Patienten auch dank des neuen Präparats Mircera von Roche. Es löst das teurere Original-Präparat Epogen von Amgen zur Bekämpfung von Blutarmut ab. Bei FMC wurden Ende März bereits rund 120.000 Patienten mit Mircera behandelt - etwas mehr als bisher erwartet.

„Besonders gut hat sich unser Geschäft in Nordamerika entwickelt, während sich in anderen Regionen ungünstige Währungseinflüsse zeigten“, sagte FMC-Chef Powell. In Südamerika und einigen asiatischen Ländern wuchs FMC weniger stark, weil die dortigen Währungen im Vergleich zum Dollar deutlich an Wert verloren. Konzernweit kletterte der FMC-Umsatz um sechs Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.

So verschachtelt sind die Dax-Konzerne
Platz 10: Daimler (327 voll konsolidierte Gesellschaften)
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Der Stuttgarter Automobilriese konzentriert sich seit einigen Jahren wieder voll auf das organische Wachstum in seinem Kerngeschäft mit hochwertigen Autos und Lkws. Die Zahl der konsolidierten Konzerngesellschaften ist in den letzten Jahren leicht geschrumpft.

Platz 9: RWE (341)
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Der Essener Energiekonzern, dem die Erträge aufgrund der Energiewende wegbrechen, sucht auf allen Ebenen nach Einsparpotenzial. Dabei hat man auch die gesellschaftsrechtliche Struktur entdeckt. Die Zahl der GmbHs und AGs im RWE-Reich soll deutlich sinken

Platz 8: Continental (344)
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Der Automobilzulieferer gehört mit 344 konsolidierten Firmen zwar noch zu den Top-10 der Dax-Konzerne, befindet sich aber bereits deutlich auf dem Weg zu übersichtlicheren Rechtsstrukturen. Seit 2010 ist der Konsolidierungskreis bereits um ein Fünftel geschrumpft.

Platz 7: Linde (535)
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Der erfolgreiche Industriegase-Konzern wirkt mit seiner rechtlichen Struktur relativ kleinteilig. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass viele seiner Onsite-Anlagen, die auf dem Gelände von Kunden laufen, als eigenständige Gesellschaften betrieben werden. Nicht zuletzt die Übernahme von Lincare in den USA hat dafür gesorgt, dass sich der Konsolidierungskreis in den letzten vier Jahren um rund ein Zehntel vergrößerte.

Platz 6: Thyssen-Krupp (546)
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Der Stahl- und Maschinenbaukonzern gehört gemessen an der Zahl der Einzelfirmen und auch in Relation zum Umsatz zu den komplexeren Firmen im Dax. Der Trend geht aber bereits deutlich in Richtung einfacherer Strukturen, bedingt auch durch Desinvestitionen. Vor vier Jahren hatte der Konzern noch 150 Firmen mehr konsolidiert.

Platz 5: Siemens (604)
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Auch Siemens gehört nach wie vor zu den relativ komplexen Großkonzernen, obwohl sich der Münchner Elektro-Riese in den letzten Jahren bereits verkleinert hat, etwa durch die Abspaltung von Osram. Angesichts von mehr als 600 Firmen im Konzern dürfte aber noch Spielraum zur Vereinfachung bestehen.

Platz 4: Heidelberg Cement (744)
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Deutschland größter Baustoffkonzern hat die Zahl seiner Konzerngesellschaften in den letzten Jahren bereits deutlich reduziert, bewegt sich mit 744 Einheiten aber immer noch in der Spitzengruppe. Die hohe Zahl ist dabei nicht untypisch für den Baustoffsektor; Konkurrenten wie Lafarge haben noch größere Konsolidierungskreise. Vor allem das Transportbeton-Geschäft wird über viele kleine lokale Gesellschaften betrieben.

Der Mutterkonzern Fresenius baute seinen bereinigten Gewinn von Januar bis Ende März um knapp ein Viertel auf 362 Millionen Euro aus. Hauptverantwortlich für den Gewinnsprung war erneut die Tochter Kabi, die auf flüssige Nachahmermedikamente spezialisiert ist. Sie profitiert in den USA von vielen Zulassungen für neue Arzneien und anhaltenden Lieferengpässen der Konkurrenz. Auch die Tochter Helios, der größte private Klinikbetreiber in Deutschland, fuhr mehr Gewinn ein.

Insgesamt schnitt der Konzern, der weltweit mehr als 220.000 Mitarbeiter beschäftigt, etwas besser ab als von Analysten erwartet. Fresenius-Aktien entwickelten sich mit einem Minus von rund einem Prozent besser als der Gesamtmarkt. Während Vorstandschef Ulf Schneider die Ziele für 2016 bekräftigte, sehen die Berenberg-Analysten hier Potenzial nach oben. „Sollte das zweite Quartal so stark verlaufen wie das erste Quartal, ist eine Prognoseanhebung aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich.“

  • rtr
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