Fresenius
Gesundheitskonzern erzielt Gewinnsprung

Fresenius hat im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn um mehr als 20 Prozent gesteigert. Der Umsatz kletterte um 18 Prozent. Besonders der Zukauf des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud macht Konzernchef Sturm Freude.
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FrankfurtDie Übernahme des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud und neue Medikamente der Sparte Kabi schieben die Geschäfte des Medizinkonzerns Fresenius an. Der Gewinn kletterte im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um 21 Prozent auf 459 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus dem hessischen Bad Homburg am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit nur 448 Millionen Euro gerechnet. Bei der auf Nachahmermedikamente spezialisierten Sparte Kabi sorgte die Markteinführung neuer Produkte für Schwung.

Fresenius sei weiter auf dem besten Weg, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen, erklärte Konzernchef Stephan Sturm. Das Ergebnis soll 2017 auf vergleichbarer Basis währungsbereinigt um 19 bis 21 Prozent zulegen. Beim Umsatz rechnet Sturm mit einem währungsbereinigten Plus von 15 bis 17 Prozent. Im zweiten Quartal setzte der Konzern 8,5 Milliarden Euro um - ein Zuwachs von 18 Prozent. Bei Anlegern kam das Zahlenwerk gut an: Die Fresenius-Aktie lag vorbörslich leicht im Plus.

„Die Entwicklung von Quironsalud macht uns Freude, die Integration läuft planmäßig“, erklärte Sturm. Die 5,8 Milliarden Euro schwere Akquisition hatte der Konzern Ende Januar abgeschlossen. Die Übernahme sorgte mit dafür, dass die Krankenhaussparte Helios ihren Gewinn im zweiten Quartal um 39 Prozent auf 192 Millionen Euro erhöhen konnte.

Bei der ebenso wie Fresenius im Dax notierten Dialyse-Tochter FMC lief es im Quartal nicht ganz so rund: Unter anderem wegen gestiegener Personalkosten und höherer Vertriebskosten im US-Apothekengeschäft baute sie ihren Gewinn nur um zwei Prozent auf 269 Millionen Euro aus.

Die FMC-Papiere stiegen im Dax zeitweise um drei Prozent auf 82,25 Euro und führten damit die Gewinnerliste an. „Die Anleger hatten im Vorfeld noch schlechtere Ergebnisse erwartet und daher die Aktie verkauft“, erklärte ein Händler die Kursreaktion. FMC-Titel haben in den vergangenen vier Wochen 5,2 Prozent eingebüßt, während der Dax nur 1,7 Prozent verlor.

In der von Analysten stets sorgsam beobachteten Sparte Kabi nahm der Gewinn im zweiten Quartal hingegen um 15 Prozent auf 188 Millionen Euro zu. Dabei half unter anderem, dass Kabi seit Jahresbeginn in Nordamerika vier Medikamente neu auf den Markt brachte.

Der Gesundheitskonzern hatte zuletzt bei Übernahmen kräftig Gas gegeben. Neben dem Kauf von Quironsalud wurde der 4,4 Milliarden Euro schwere Erwerb des US-Generikakonzerns Akron eingefädelt. Der Zukauf soll bis Jahresende unter Dach und Fach sein. Außerdem übernimmt Fresenius vom Darmstädter Pharmakonzern Merck dessen Geschäft mit Nachahmer-Medikamenten von Biotech-Arzneien – sogenannten Biosimilars. Die Finanzschulden von Fresenius lagen deshalb zuletzt bei rund 19,91 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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