Fresenius Medical Care
Chefwechsel beim Weltmarktführer

Fresenius Medical Care verliert sein Wunderkind: Ben Lipps hat den Gesundheitskonzern zu seiner Weltmarktführerschaft geführt. Die heutige Hauptversammlung des Dialysekonzerns ist die letzte mit Lipps an der Spitze.
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FrankfurtHeute steht Ben Lipps ein letztes Mal als Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care vor der Hauptversammlung und klatscht, um den Mitarbeitern des Dialysekonzerns für ihren Einsatz zu danken. Nach 27 Jahren im Unternehmen - davon mehr als zwölf als Vorstandsvorsitzender - wird der 71-Jährige zum Jahreswechsel die Verantwortung an seinen Stellvertreter und Nachfolger Rice Powell übergeben.

Bei seiner letzten Hauptversammlung als FMC-Chef verabschiedeten rund 400 Aktionäre Lipps mit minutenlangen Applaus. Seit 1999 formte er den mit Abstand führenden Dialysekonzern weltweit - und das sehr erfolgreich. Ein einziges Manko bleibt: Das Hauptgeschäft macht der Konzern in Nordamerika, die Abhängigkeit vom US-Markt ist groß.

Lipps konnte den Umsatz des Dialysekonzerns in seiner Amtszeit von 3,8 auf 12,8 Milliarden Dollar (9,2 Milliarden Euro) mehr als verdreifachen, den Jahresüberschuss auf 1,1 Milliarden Dollar sogar mehr als versechsfachen. Für die Aktionäre hatte der US-Amerikaner Jahr für Jahr eine Dividendenerhöhung parat und auch die Entwicklung des Aktienkurses kann sich sehen lassen. FMC gehörte 2011 zu den drei Top-Performern im Leitindex Dax, neben dem Mutterkonzern Fresenius.

Die beiden Firmen sind ein Unikum im Dax: Fresenius kontrolliert über die Struktur der Kommanditgesellschaft auf Aktien den Dialysekonzern. Dessen Börsenwert stieg in der Lipps-Ära von 6,3 auf 15,9 Milliarden Euro Ende vergangenen Jahres. Damit war FMC an der Börse rund ein Drittel mehr wert als seine Muttergesellschaft.

Ein erfolgreiches Unternehmen wird Rice Powell, bislang Nordamerikachef, zum Jahreswechsel also übernehmen. Aber Lipps wäre nicht Lipps, wenn er nicht bis zuletzt das Steuer in der Hand hielte. Schließlich muss in diesem Jahr noch der jüngste große Zukauf des Unternehmens, der US-Dialysedienstleister Liberty Dialysis, integriert werden. 201 Dialysekliniken und rund 700 Millionen Dollar Jahresumsatz kommen zum Konzern hinzu, der weltweit mehr als 3000 Kliniken betreibt. Dafür zahlt FMC einen Kaufpreis von rund 1,5 Milliarden Dollar.

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Steigende Verschuldung

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Breite Angebotspalette

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