Fresenius Medical Care
FMC kauft US-Dialysekonzern für zwei Milliarden Dollar

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care übernimmt seinen Konkurrenten NxStage Medical für die Summe von rund zwei Milliarden Dollar. Mit diesem Zukauf will der Dax-Konzern sein Geschäft in den USA weiter ausbauen.
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FrankfurtDer Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) baut sein Geschäft in den USA mit einer zwei Milliarden Dollar schweren Übernahme aus. Die Hessen erwerben NxStage Medical für 30 Dollar je Aktie in bar, wie FMC am Montag mitteilte. Das entspricht einem Aufschlag von rund 30 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

NxStage aus der Nähe von Boston entwickelt, produziert und vermarktet Dialysegeräte für den Einsatz in der Heimdialyse. In den USA erhalten nach Angaben eines Firmensprechers 12 Prozent der betroffenen Patienten ihre Dialyse außerhalb der speziellen Zentren im eigenen zu Hause. Das amerikanische Gesundheitsministerium fördert diese Art der Behandlung von Nierenerkrankungen.

NxStage gilt in diesem Bereich als Pionier: Das Unternehmen hat Geräte entwickelt, für die es als Erster die Zulassung auch für eine Behandlung in der Nacht erhalten hat - ein Zuwachs für die Lebensqualität der Patienten gegenüber der mehrstündigen Behandlung in einem Dialysezentrum mehrmals pro Woche.

Diesen Pluspunkt will FMC nun nutzen: „Mit den NXStage-Produkten erhöhen wir auch die Attraktivität unserer Dialysezentren, da wir den Patienten ein zusätzliches Angebot machen können“, sagte der Sprecher. Während NxStage schwerpunktmäßig in den USA unterwegs ist, will FMC die Produkte künftig über das eigene Netz der weltweit knapp 3700 Dialysezentren stärker international vermarkten. Damit will FMC in der Heimdialyse eine weltweit führende Position einnehmen.

Mit rund 3400 Mitarbeitern erzielte NxStage 2016 einen Umsatz von 366 Millionen Dollar. Das Unternehmen schreibt wegen hoher Entwicklungskosten und Investitionen in das Wachstum seit Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr verringerte sich der Nettoverlust auf 4,7 (Vorjahr: 15,3) Millionen Dollar.

Durch die Übernahme beschleunige FMC das Wachstum in der Heimdialyse. „Zusammen mit NxStage werden wir unser Geschäft in Nordamerika auf ein noch breiteres Fundament stellen und Behandlungsangebote machen, die den sich verändernden Bedürfnissen der Patienten noch besser entsprechen“, sagte FMC-Chef Rice Powell.

Das Management von NxStage befürworte die Übernahme, erklärte FMC. Die Akquisition werde vollständig Cashflow- und fremdfinanziert und solle nach der noch ausstehenden Genehmigung der Behörden 2018 abgeschlossen werden.

Die Übernahme soll drei Jahre nach dem Abschluss positiv zum Konzernergebnis beitragen. Für die ersten drei bis fünf Jahre nach Abschluss des Erwerbs rechnet FMC mit Kostensynergien von 80 bis 100 Millionen Dollar pro Jahr vor Steuern. Die Integrationskosten bezifferte der Konzern auf insgesamt 150 Millionen Dollar.

FMC ist der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Nierenerkrankungen und betreut in seinen Dialysezentren über 300.000 Patienten. Im wichtigen US-Markt kommt FMC auf einen Marktanteil von 40 Prozent.

Die Übernahme ist daher eine logische Konsequenz: Zukäufe von Dialysezentren im großen Stil würden vermutlich auf Probleme mit den Wettbewerbsbehörden stoßen. Wegen des regulatorischen Gegenwinds sei der Vorstoß in die Heimdialyse ein guter Schachzug, kommentierte Commerzbank-Analyst Oliver Metzger. An der Börse fielen FMC-Aktien am Montag dennoch um gut ein Prozent auf rund 78 Euro. Händler halten die gebotenen 30 Dollar je Aktie für hoch gegriffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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