Fresenius stellt sich breiter auf
Begehrte Infusions-Medikamente

Mit der Übernahme von APP Pharmaceuticals entert Fresenius einen besonders attraktiven Teilbereich des Generikageschäftes. Denn anders als im Massengeschäft mit patentfreien Medikamenten halten sich Zahl der Anbieter und Preiswettbewerb hier noch in Grenzen. Entsprechend hoch sind die Margen.

FRANKFURT. APP Pharmaceuticals gehört zu den zahlreichen Spezial- und Generikafirmen, die in den 90er Jahren in den USA gegründet wurden. Mit der Ausrichtung auf Medikamente, die injiziert werden müssen, konzentriert sich das Unternehmen auf einen besonders attraktiven Teilbereich des Generikageschäftes.

Etwa zehn bis 15 Prozent des weltweiten Marktes für patentfreie Nachahmer-Medikamente, der auf etwa 70 Mrd. Dollar geschätzt wird, dürften auf die sogenannten Injectibles entfallen. In den USA, dem weltweit größten Pharmamarkt wurden laut IMS Health im vergangenen Jahr rund 3,6 Mrd. Euro Umsatz mit intravenös zu verabreichenden Generika gemacht.

Der Markt wächst jährlich um fünf bis zehn Prozent. Allein bis 2015 läuft der Patentschutz für rund 100 intravenös zu verabreichende Medikamente mit einem Gesamt-Umsatzvolumen von rund 18 Mrd. Dollar aus – ein großes Potenzial für die Generikahersteller.

Anders als im Massengeschäft mit patentfreien Medikamenten halten sich Zahl der Anbieter und Preiswettbewerb hier noch in Grenzen. Entsprechend hoch sind die Margen. APP Pharmaceuticals zum Beispiel konnte 2007 bei einem Umsatzwachstum um elf Prozent auf 647 Mill. Dollar das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 160 Mill. Dollar verbessern. Mit knapp 25 Prozent bewegt sich die operative Umsatzrendite des Unternehmens nur geringfügig unter dem Niveau von innovativen Pharmakonzernen.

Eine Herausforderung für die Akteure in diesem Segment des Pharmageschäfts besteht vor allem in den relativ hohen Sicherheitsanforderungen. Da die Medikamente direkt in die Blutbahn der Patienten injiziert werden, ist die Toleranz für Verunreinigungen erheblich geringer als bei Standardmedikamenten, die eingenommen werden. Die Hürden für neue Anbieter liegen damit vergleichsweise hoch.

Bereits in den vergangenen Jahren haben sich die großen Generikahersteller gezielt in dem Bereich verstärkt. Teva etwa zahlte vor vier Jahren rund 3,4 Mrd. Dollar, das heißt den achtfachen Umsatz, für die US-Firma Sicor; die Novartis-Tochter Sandoz erwarb die kanadische Sabex für das Sechsfache des Umsatzes.

Einen ähnlichen Weg wie jetzt Fresenius ging vor zwei Jahren der US-Konzern Hospira mit dem Kauf der australischen Mayne Pharma, die ebenfalls als Spezialist für injizierbare Medikamente gilt. Hospira, die durch Ausgliederung aus dem Pharmakonzern Abbott entstand, war bis dahin einer der führenden Hersteller von Infusionslösungen und -technologien. Mit dem Kauf von Mayne rückte die Firma unter die größeren Generikaanbieter auf.

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