Friedrich Eichiner im Interview: BMW sucht Nähe zu Peugeot

Friedrich Eichiner im Interview
BMW sucht Nähe zu Peugeot

exklusivDer BMW-Konzern strebt eine engere Zusammenarbeit mit dem französischen Hersteller PSA Peugoet-Citroen an. Geplant sei die gemeinsame Beschaffung von Komponenten wie Klimakompressoren, sagte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner im Handelsblatt-Interview. Außerdem verriet Eichiner, warum er für BMW im Jahre 2012 Art Sonderkonjunktur erwartet.
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Handelsblatt: Kommende Woche startet die IAA. Wird das Motto heißen "Hurra, wir leben noch" oder kommt das Schlimmste noch?

Friedrich Eichiner: Was die BMW Group betrifft, sind wir lebendiger denn je. Das werden Sie auch auf der IAA sehen können. Aber wir sind noch vorsichtig. Die Märkte haben sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, aber es ist immer noch möglich, dass wir einen erneuten konjunkturellen Einbruch sehen werden.

Auch BMW ist von alter Stärke noch weit entfernt. Gibt es nur Selters auf der Automesse?

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass wir uns unter den gegenwärtig schwierigen Rahmenbedingungen besser als viele Wettbewerber schlagen. Bisher sind wir weitgehend unbeschadet durch die Krise gekommen, das zeigen nicht nur unsere Finanzkennzahlen wie Liquidität oder Working Capital: Beim Marktanteil konnten wir per August im relevanten Segment sogar zulegen.

Wie sind die Aussichten, dass der Konzern im Gesamtjahr 2009 schwarze Zahlen schreiben wird?

Freiwillig werden wir jedenfalls keinen Verlust schreiben. Wenn der Absatzrückgang zwischen zehn und 15 Prozent liegt, sehen wir durchaus die Chance, schwarze Zahlen zu schreiben. Wir kämpfen, dass es so kommt. Aber wenn es noch einmal einen konjunkturellen Rückschlag geben sollte, wird dieses Ziel unter Umständen nicht zu erreichen sein.

Konkurrent VW strotzt nach dem Einstieg bei Porsche vor Selbstbewusstsein und sehen in München bereits den Blutdruck steigen: Fehlt Ihnen die kritische Größe?

Größe allein ist kein Erfolgsgarant, wie die derzeitige Lage bei dem einen oder anderen Hersteller deutlich zeigt. Wir setzen stattdessen auf Flexibilität. In Bereichen, in denen Größe gewisse Skalenvorteile hat, wie bei kleinen Modellen, suchen wir uns Kooperationspartner. Das demonstrieren wir in der Kooperation mit Peugeot-Citroën bei den Vierzylinder-Motoren.

Längst reden Sie mit den Franzosen aber über mehr. Worum geht es dabei?

Wir haben gelernt, dass ein Premiumhersteller nicht zu viele Kompromisse machen kann. Der Mini kann nicht einfach auf eine bestehende Plattform eines anderen Herstellers aufgesetzt werden, das hätte zu viele Beschränkungen, beispielsweise im Design, zur Folge. Die Gespräche mit PSA drehen sich darum um eine Zusammenarbeit bei Komponenten. Da gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. So ist es für die Kunden beispielsweise unerheblich, ob die Klimakompressoren aus einer Hand oder aus einer Zusammenarbeit stammen.

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