Frist für Gebote läuft ab - Zweifel am Preisrahmen
Poker um Roche-Sparte spitzt sich weiter zu

In die Verkaufsbemühungen um das Geschäft der Roche AG mit frei verkäuflichen Medikamenten (OTC) kommt weitere Bewegung. Nachdem am Mittwoch der Aufsichtsrat der Bayer AG über seine Strategie in dem Bieterwettbewerb beraten hat, müssen die Interessenten bis heute ihre Offerten abgeben.

abo DÜSSELDORF. Dies verlautete aus dem Umfeld der Verhandlungen. Die Sparte, die 2003 knapp 1,8 Mrd. Schweizer Franken (1,2 Mrd. Euro) erlöst hat, soll 1,6 bis 2,3 Mrd. Euro kosten.

Allerdings gibt es im Kreis der Bieter inzwischen offenbar Zweifel, ob der Preis gerechtfertigt ist. Die Agentur Reuters meldet aus Kreisen eines um die Sparte bemühten Kapitalbeteiligers, nach Sichtung von Unterlagen wollten einige Interessenten nicht mehr so viel bieten.

Hinter den Bedenken könnten Sorgen über die Werthaltigkeit des Geschäftes in Ländern der dritten Welt stehen, in denen Roches OTC-Produkte starker lokaler Konkurrenz gegenüber stehen. Stellungnahmen der Interessenten zum Stand des Pokers um die Roche- Sparte gab es allerdings nicht.

Dem Bayer-Konzern wird von Analysten eine Sonderstellung im Bieterfeld eingeräumt. Bayer und Roche kooperieren beim Vertrieb des Schmerzmittels „Aleve“ in den USA. Zudem haben Bayer-Manager ihr starkes Interesse erkennen lassen, das OTC-Geschäft zu stärken.

Ein Zuschlag für die Roche- Sparte würde Bayer von Platz sechs in die Spitzengruppe der OTC-Anbieter katapultieren. Zu Bayers Marken wie „Aspirin“ kämen Roche-Klassiker wie „Rennie“ und „Bepanthen“. Auch würde eine Stärkung bei OTC über Bayers Schwäche bei verschreibungspflichtigen Mitteln hinweg helfen. So lief in dieser Woche der US-Patentschutz für Bayers Kassenschlager, das Antibiotikum „Ciprobay“, ab.

Es gilt als sicher, dass Bayer einen Kauf der Roche-OTC-Sparte zum großen Teil mit neuen Schulden finanzieren würde. Obwohl das Unternehmen noch mit der Rückführung der Kredite beschäftigt ist, die 2001 für den 7,2 Mrd. Euro teuren Kauf von Aventis Crop Science aufgenommen wurden, halten Analysten eine neuerliche Fremdfinanzierung für unproblematisch: Denn etwa zum gleichen Zeitpunkt, an dem die voraussichtlich 1,5 Mrd. Euro neuen Schulden in der Bayer-Bilanz auftauchen würden, verschwänden mit der Ausgliederung der Chemiesparte Lanxess etwa genau so viele Altschulden aus den Büchern.

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