Frist läuft um Mitternacht aus: VA Tech-Übernahme alarmiert EU- Wettbewerbshüter

Frist läuft um Mitternacht aus
VA Tech-Übernahme alarmiert EU- Wettbewerbshüter

Der Übernahme des österreichischen Industriekonzerns VA Tech durch Siemens drohen kartellrechtliche Einwände, die zu einer Änderung des Übernahmeangebots führen könnten.

HB WIEN/BRÜSSEL. Nach Informationen des Handelsblattes aus Branchenkreisen haben sowohl der französische Industriekonzern Alstom als auch eine Tochter des deutschen Anlagenbauers SMS-Gruppe Beschwerde bei der EU-Wettbewerbskommission in Brüssel angemeldet.

Die Frist, bis zu der die Aktionäre das Siemens-Angebot von 65 Euro pro Aktie annehmen konnten, läuft am heutigen Mittwoch um Mitternacht aus. Bislang sah alles danach aus, als könne Siemens den österreichischen Industriekonzern, der mit seinen 17 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von vier Mrd. Euro zu den größten des Landes gehört, für knapp 996 Millionen Euro kaufen.

Was jedoch an der Börse gelingen könnte, gerät jetzt durch das Veto der Kartellwächter in Brüssel möglicherweise ins Schlingern. Die französische Alstom-Gruppe dürfte sich insbesondere im Bereich der Energieerzeugung aus Wasserkraft unter Druck gesetzt fühlen. Hier hätte Siemens, wenn die Übernahme gelingt, nach Argumentation der Beschwerdeführer künftig einen Marktanteil von 60 Pozent in Europa. Der zweite Problembereich ist die Stahlwerkstechnik, in der die SMS Demag AG, eine Tochter der SMS-Gruppe, tätig ist. Die Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2003 etwa die Hälfte ihres Umsatzes von 2,2 Mrd. Euro im Bereich der Stahlwerkstechnik und ist damit nach eigenen Angaben Weltmarktführer. Diese Position wäre gefährdet, wenn die Übernahme so über die Bühne geht, wie sie sich Siemens vorstellt, da eine Tochter der VA Tech schon jetzt die Nummer zwei hinter den Deutschen in der Stahlwerke-Branche ist. Eine Lösung könnte darin bestehen, dass sich Siemens nach der Übernahme von dem betroffenen Bereich trennt. Ein Sprecher der SMS-Gruppe bestätigte den Handelsblatt, dass sein Unternehmen auf Anfrage der EU-Kommission Stellung zu der VA Tech Übernahme genommen hat.

Bei Siemens wollte niemand zu den Überlegungen der EU Stellung nehmen. Karl Strasser, Sprecher von Siemens in Österreich, sagte lediglich, dass seinem Haus bisher keine formelle Stellungnahme der EU-Kommission vorliege. Er verwies allerdings darauf, dass Siemens sein Angebot von Anfang an auch an die Zustimmung der Kartellbehörden geknüpft hat.

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