Fronten nicht mehr so verhärtet
Annäherung zwischen RWE und Gas-Aktionären

Im Streit zwischen dem RWE-Konzern und den kommunalen Aktionären der Tochter RWE Gas über die neue Konzernstruktur zeichnet sich nach Angaben aus mit den Verhandlungen nahe stehenden Kreisen eine Annäherung ab.

Reuters DÜSSELDORF. Die Fronten seien nicht mehr so verhärtet, hieß es am Donnerstag aus den Kreisen. Inzwischen rede man einigermaßen konstruktiv miteinander. Ein Durchbruch sei aber noch nicht erzielt worden, hieß es. Ein Sprecher der kommunalen Aktionäre bestätigte, dass es vor wenigen Tagen ein weiteres Gespräch mit RWE-Vorstand Gert Maichel gegeben habe. Zu Inhalt oder Ergebnis wollte er aber nichts sagen. Mitte September wollen sich die kommunalen Aktionäre treffen, um über den neuesten Stand zu beratschlagen. Bei RWE war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die kommunalen Aktionäre von RWE Gas widersetzen sich bislang der Eingliederung der RWE Gas in die neue Konzernstruktur. Mit ihrem rund 20-Prozent-Anteil an der Gas-Tochter haben sie bislang die vollständige Umsetzung der neuen Struktur verhindert, die im Kern eine Zusammenfassung des Vertriebs von Strom und Gas einerseits sowie die Bündelung der Energieerzeugung in einer neuen Gesellschaft vorsieht.

RWE-Chef Harry Roels hatte Mitte August erklärt, die „Startstruktur“ sei so gestaltet, dass das Gasgeschäft später integriert werden könne. Den Wert der 20-Prozent-Beteiligung der kommunalen Gas-Aktionäre bezifferte Roels auf 668 Mill. €. Roels deutete an, dass die den Gas-Aktionären bis 2027 vertraglich zugesicherte Garantiedividende von jährlich 40 Mill. € nicht in voller Höhe auf den Unternehmenswert zu addieren sei, falls es zu einem Auskauf der kommunalen Aktionäre komme.

In einem ersten Angebot hatte RWE den Kommunen vorgeschlagen, ihre Gas-Beteiligung gegen einen Anteil an einer der neuen regionalen Vertriebsgesellschaften zu tauschen. Dies hatten die Kommunen kategorisch abgelehnt. Im Verlauf der Verhandlungen hieß es von Vertretern der kommunalen Seite, der Wert ihrer Beteiligung betrage unter Einrechnung der Garantiedividende an die zwei Mrd. €.

Analysten sehen in der offenen Gas-Frage ein Risiko für RWE. Vor allem in der Erwartung, dass der am Schuldenabbau arbeitende Essener Konzern einen hohen Preis für die Beilegung des Gas-Streits werde zahlen müssen, hatten mehrere Investmentbanken ihre Empfehlung für RWE-Aktien zuletzt zurückgenommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%