Frühere Henkel-Tochter profitiert von Einsparungen
Chemiekonzern Cognis verbessert Ergebnis

Die Cognis GmbH hat im vergangenen Jahr der Dollarschwäche und der Konsumflaute getrotzt und bei Umsatz und Ertrag zugelegt. Dazu haben nach Worten des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Antonio Trius, die hohe Nachfrage sowie Sparmaßnahmen beigetragen. „Trotz steigender Rohstoff-, Energie- und Transportkosten haben wir die Trendwende geschafft“, sagte Trius.

abo DÜSSELDORF. Cognis hat im vergangenen Jahr knapp 3,1 Mrd. Euro umgesetzt, gut vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das laufende Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 16 Prozent auf 362 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) verdoppelte sich fast auf 99 Millionen Euro. Unter dem Strich verblieben 34 Millionen Euro Konzernjahresfehlbetrag – damit halbierte sich der Verlust gegenüber dem Jahr 2003.

Für 2005 kündigte Trius nur ein „moderates Umsatz- und Ergebniswachstum“ an. Cognis setzt auf ein Wachstum über dem Marktdurchschnitt bei Körperpflegemittelzusätze, Lebensmitteladditiven, Pharmavorprodukten, ebenso bei Kunststoff- und Lackzusätzen sowie synthetischen Schmierstoffen.

Der Cognis-Chef führt die Geschäftsentwicklung auch auf die neue strategische Ausrichtung des Unternehmens zurück, das 2001 zunächst von Fonds der Investmentbanken Goldman Sachs und Schroders aus der Hand der Henkel KGaA übernommen worden war. Eine Altlast dieser Transaktion, die im Schatten der Anschläge auf das World Trade Center in New York in einem schwierigen Umfeld arrangiert worden war, hat Cognis 2004 per Umschuldung getilgt.

Die Gesellschaft löste das damals von Henkel gewährte Verkäuferdarlehen von 414 Mill. Euro inklusive aufgelaufener Zinsen ab und zahlte den Eignern, darunter nun auch die Permira Fonds, 320 Mill. Euro Kapital zurück. Möglich machte dies eine neue dreigliederige Finanzierung von 750 Mill. Euro, die erst ab 2013 fällig wird. Laut Finanzchef Arnold Kiel erhöht sich der Zinsaufwand für die Gesellschaft dadurch nicht. Dagegen hätte Cognis die Fortführung des Henkel-Darlehens ab 2005 mit jährlich 16 Prozent bezahlen müssen.

Hässlicher Begleiteffekt dieser Umschuldung ist ein negativer Eigenkapitalausweis von 119 Millionen Euro in der Bilanz für 2004. „Das ist zwar grundsätzlich zulässig“, sagte ein vom Handelsblatt befragter Wirtschaftsprüfer. Es verpflichte die Gesellschaft aber dazu, Eigentümer und Kreditgeber über die Lage zu informieren. Kiel zufolge liegt der Wert des in Cognis gebundenen Kapitals höher als die ausgewiesene Ziffer – er sprach von einer hohen dreistelligen Millionensumme.

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