Frühschicht abgesagt
Bahn-Streik legt Audi-Produktion lahm

Der Lokführer-Streik trifft nun auch Audi. Wegen mangelnder Teile-Versorgung hat der Autobauer die Frühschicht in seinem Brüsseler Werk für diesen Donnerstag abgesagt. Das bedeutet, dass zahlreiche Audi A3 und 150 VW Polo nicht gebaut werden können. Die Bahn räumte "erhebliche Einschränkungen“ im Güterverkehr ein. Und es könnte noch schlimmer kommen.

HB INGOLSTADT. 800 Mitarbeiter der Frühschicht in Brüssel müssten zuhause bleiben, sagte Audi-Sprecher Eric Felber. Er sprach von einer "absoluten Ausnahmesituation“. Der finanzielle Schaden sei derzeit nicht absehbar.

Zwei Züge aus Bratislava in der Slowakei mit Karosserieteilen seien wegen des Bahnstreiks in Ostdeutschland sehr lange aufgehalten worden. "Das bedeutet, dass wir 70 Audi A3 und 150 VW Polo nicht bauen können“, erklärte Felber. Für die deutschen Audi-Werke habe der Bahnstreik bislang keine nennenswerten Probleme verursacht.

Die Volkswagentocher Audi hat auch mit Auswirkungen eines Bahnausstandes in Frankreich zu kämpfen, wo Eisenbahner mit der Regierung über eine geplante Rentenreform streiten. Dadurch könnten Lieferungen nicht nur ins Nachbarland, sondern auch in den wichtigen spanischen Markt beeinträchtigt werden, sagt Audi-Sprecher Felber. Wie in Deutschland ist auch in Frankreich kein Ende des Konfliktes absehbar.

Ein Teil des Abtransportes fertig produzierter Autos sowie der Versorgung mit Zulieferer-Teilen sei von der Schiene auf die Straße verlagert worden, sagte der Sprecher. Außerdem seien am Standort Ingolstadt rund 1000 neu produzierte Autos vorsorglich auf angemietete Flächen ausgelagert worden.

Die Bahn räumte "erhebliche Einschränkungen“ im Güterverkehr ein. Der Lokführerstreik am Mittwoch habe schon nach wenigen Stunden vor allem in den neuen Ländern zu erheblichen Einschränkungen geführt. Bis 18.00 Uhr hätten sich bundesweit rund 350 Lokführer an den Arbeitsniederlegungen beteiligte, teilte das Unternehmen am Abend mit.

"Die GDL ist dabei, den Schienengüterverkehr im Osten Deutschlands lahm zu legen. Die Sorge unserer Kunden vor Versorgungsengpässen und Produktionsausfällen ist größer denn je“, erklärte Logistikvorstand Norbert Bensel. "Es ist fraglich, ob es uns angesichts eines 62-stündigen Streiks gelingen wird, bis zum Schluss versorgungsrelevante Züge zu fahren. Aber wir setzen alles daran, dass dies klappt. Diese unvertretbare Situation hat die GDL zu verantworten.“

Von anderen deutschen Autoherstellern gab es bislang keine Meldungen von gravierenden Auswirkungen. BMW hat an seinem Leipziger Werk zum Beispiel extra Abstellflächen eingerichtet. "Wir versuchen in Leipzig, möglichst viel über Lkw zu transportieren“, sagte Sprecher Michael Rebstock.

Der Sportwagenhersteller Porsche rechnete am Mittwoch nicht mit einem Stillstand der Produktion in seinem Leipziger Werk. Die Bahn habe eine vorrangige Bedienung des Porsche-Werks zugesichert, sagte ein Sprecher. Porsche baut dort Motoren in Karossen des Geländewagens Cayenne ein, die im Volkswagen-Werk in Bratislava vormontiert werden. Die Karossen kommen einmal täglich per Bahn aus der Slowakei und werden vollautomatisch be- und entladen.

Die Bahn-Transporte könnten nicht auf die Straße verlagert werden. "Das Nadelöhr ist der Lokführer.“ Zudem dürfe die Strecke nicht durch eine liegengebliebenen Zug blockiert sein.

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